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Die Vampire sind los
Dienstag, den 19. Januar 2016 um 19:40 Uhr

Die Begrüßung kam von unserer Kulturreferentin Uschy Meyndt.

Die Kreisvorsitzende, Frau Gerlinde Zurl – Theil, musste sich entschuldigen lassen.

Zu begrüßen waren heuer die vielen Masken, die trotz des schlechten Wetters, am 16. Januar, in die Ratsstuben Geretsried kamen.

Schotten machten die Musik, müssen aber unterwegs ihren Dudelsack verloren haben, hatten aber für Jung und Alt gute und passende Musik im Gepäck.

Viel Urlaubsbräune war zu sehen. Ob die noch aus dem Sommer stammt oder machte die Sonnenbank Überstunden.

Für uns dann doch eine etwas überraschende und plötzliche Prämierung der Masken. So schnell konnte man nicht sehen. Kaum war die Polonaise beendet, standen die Ausgewählten schon bereit.

Das Programm konnte sich sehen lassen. Dahinter steckte viel Arbeit und Kreativität.

So hatte der Kindergarten von Harry Potter gerade Ausgang. Da rührte die Kindergruppe mit so viel Inbrunst und Vergnügen am Zaubertrank, dass er fast schon überschäumte.

Dieses Mal trat Die Schülergruppe sogar vollzählig auf. Sonst immer nur 4-5 Schüler, heute zu zehnt. Sie hätten bei jeder Sportveranstaltung auftreten können, unsere Cheerleader – Mädchen, bei der Energie und Power den sie in das Wedelten ihrer silber - blauen Puschel steckten.

Ja, da dachte man im Vorjahr, bei dieser Jugendtanzgruppe kann es keine Steigerung mehr geben.

Denkste!

Als Überraschung angekündigt, dauerte es bis zum Auftritt Stunden. Das Schminken wollte kein Ende nehmen und wir mussten warten, warten, warten.

Aber dann kamen sie heraus, die Vampire, aus ihren Särgen und dem Untergrund.

Zuerst noch auf wackeligen Beinen und schwankendem Gang, dann aber ans Tageslicht gewöhnt, suchten sie mit festem Schritt und blutunterlaufenden Augen nach ihren Opfern.

Ich weiß nicht was länger dauerte: das Schminken oder das Abschminken. Auf jeden Fall hat es sich gelohnt. Dafür bekamen sie als Gruppe auch den 1. Preis.

Es war bestimmt ein schöner, unterhaltsamer Abend und dies bis in die Nacht hinein. Bitte kommt auch nächstes Jahr wieder so zahlreich maskiert.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 19.1.2016

 
Und er kam doch
Dienstag, den 08. Dezember 2015 um 19:31 Uhr

Trotz unruhiger Zeiten fand er dennoch am 6. Dezember zu uns in die Ratsstuben Geretsried. Ja, unser Nikolaus, er ist gekommen, ließ die Kinderaugen glänzen und ihre Herzen unruhig schlagen. Seine Päckchen hätte er aber ohne Hilfe der Zehntfrauen nie füllen können. Sie sammelten fleißig bei den Mitgliedern. Da erinnert man sich doch auch gerne an die eigene Zeit. Obwohl damals die Straßen viele Löcher, mit Morast gefüllt waren, kein Nikolaus in der Nähe, putzten und glänzten wir unsere Schuhe, dass sie nur so strahlten. Er sollte sie ja nicht übersehen.


Für die bereits etwas zu groß Geratenen, gab es an Stelle der Päckchen, Kaffee und Kuchen. Der Kuchen war eigen Produktion der Siebenbürger Sachsen.

Allen Bäckermeisterinnen, Spendern und Helfern einen recht schönen Dank.

Frau Gerlinde Theil, unsere Kreisvorsitzende, eröffnete, wie jedes Jahr, die Feier. Begrüßte alle und bedankte sich bei den fleißigen Mitgliedern.

Als gern gesehener Gast war die neue Bundesvorsitzende, Frau Herta Daniel, bei uns. Leider muss man „Gast“ sagen, da bei all ihren vielen Verpflichtungen das Wort „Freizeit“ bestimmt zum Fremdwort geworden ist. So meinte sie auch, dass der Verband nie ohne der großen Hilfe all der vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern leben kann. Eine kurze Information über das Schicksal von Schloss Horneck und ein großer Dank an alle Spender die damit zum Erhalt unserer „Sachsenburg am Neckar“ beigetragen haben.

Bürgermeister Michael Müller spricht über unsere Tradition, die wir hier pflegen und leben und hiermit zum größten Teil das Stadtbild mit prägen. Leider musste er auch die heutige Zeit ansprechen: „ Die Flucht vor 2015 Jahren hat uns wieder eingeholt und bringt uns eine neue Botschaft. Wir haben hier eine gelebte Solidarität und hoffen auf eine friedliche Zukunft“.

Stadtpfarrer, Herr Theo Heckel, sprach über die Weihnachtszeit aus dem Vorjahr, den damaligen Schwierigkeiten. In der größten Not ist zwar kein „ Stille Nacht“ Lied entstanden, aber man kann immer auf die Siebenbürger zurückgreifen. So konnte dieses Fest in letzter Minute doch noch gerettet werden.

Die Schlussworte hatte unsere Kulturreferentin Uschy Meyndt.

Dann betraten die Kinder ihre Bühne. Der Chor saß im Paterre, so konnten die 3 Lieder, die zum Theaterstück passten, gemeinsam gesungen werden. Die Kinder auswendig, der Chor mit Hilfe der Liederblätter.

Früher war es immer ein „Krippenspiel“, heute „ Der verlorenen Engel“. Ich hätte es „Gott kommt in die Welt“ getauft. Gute Idee die Stücke zu wechseln.

Es war dies ein Gespräch vieler Engel die auf der Suche waren den Ort zu finden „wo Gott die Welt betreten wird“. Dabei verloren sie den kleinsten und kommen zur Erkenntnis „ Mit Geld kann man sich fast alles kaufen, nur aber das Glück nicht“. Da muss das kleinste Engelchen durch eine rasa-rote Wolke geflogen sein, denn seine Flügel hatten noch einen Hauch von rosa drauf. Eben erst den Babykleidern entwachsen und schon auf der Bühne. Da verweigerten unsere zwei Kleinsten die Aussage. Kein trotziges „Nein“, sondern ein liebliches Verschämt sein. Besser konnte es nicht gezeigt werden. Es war einfach nur süß und gab dem Stück die besondere Note.

Der Nikolaus war schon sehr müde, so dass die Kinder unruhig nach ihm riefen. Danach wurden ihm die Päckchen fast aus den Händen gerissen: „ Her damit“, nur seine kleine Enkelin blieb ganz erstaunt stehen. Wäre sie nicht von einem wirklichen Nikolaus überzeugt, hätte sie bestimmt gesagt: „ Das ist ja mein Opa“.

Der Abschluss bekommt ein besonderes Lob. Dieses Mal sind viele mit ihren Kindern sitzen geblieben und haben die bekannten Lieder gemeinsam gesungen.

Lieber Nikolaus, alle freuen sich bereits aufs nächste Jahr oder heißt du dann etwa schon „Santa Claus“ ?! Wir erwarten dich.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 8.12.2015

 
Dank den Trachtenträgern
Sonntag, den 29. November 2015 um 11:15 Uhr

Pünktlich eröffnete Uschi Meyndt mit einer kurzen Begrüßung, am 7. November, den Kathreinenball in der Geretsrieder Ratsstuben.

Es folgte der traditionelle Aufmarsch der Tanzgruppen. Andere Trachtenträger reihten sich zwischen die Tänzer und zeigten stolz das Gewand aus ihrer Region. Die Augen strahlten um die Wette, die Kleinsten winkten begeistert ihren Eltern zu, verloren dabei die Reihe, liefen und hüpften dann aber schnell den anderen nach, um den Anschluss nicht zu verpassen. Dann plötzlich ein Stillstand. Die Kleinsten mussten die Tanzfläche verlassen. Standen etwas verdutzt am Rand, wussten nicht wie ihnen geschah, dabei hatten sie noch nicht einmal den ganzen Kreis durchwandert, aber dieses Mal eröffneten die anderen Tänzer ihr Programm mit einem gemeinsamen Tanz den sie heuer bei der Europeade in Helsingborg/ Schweden vorführten. Danach trat jede Gruppe einzeln auf, zeigte Ihr Können, die Jugend und Erwachsenen fast schon mit einer Professionalität, aber den größten Applaus heimsten sich doch die Kleinsten.

Beobachtet man streng jeden Fehler bei den Größeren, freut man sich über die Ausrutscher der Kleinen. „Ups, wo bin ich denn“ und schon greifen helfende Hände nach dem verloren gegangenen. Sie hatten durch ihre unbekümmerte Art und Scharm wieder das Publikum voll begeistert. Liebe Tanzleiter, lasst ihnen diese Unbekümmertheit, es ist so schön. Professionell können sie später werden.

Man könnte schon fast sagen.“ Ist doch ungerecht“

Oh, nein. Als ihr so klein wart sah man euch auch mit Lachen zu, heute zeigt ihr eben was ihr so fleißig geprobt habt. Macht weiter so. Der Applaus galt euch allen. ändeHände nachdem Hände

HH

Ist Ihnen das auch schon aufgefallen? Der Herbst neigt sich dem Ende zu, der Winter klopft schon an und jetzt erst entfalten die Beeren so richtig Farbe und Größe. Von den schon kahlen Ästen leuchtet es jetzt rot, weiß und gelb. Ruft uns zu: „Seht her, wir sind auch noch da und zeigen Euch am Wegesrand unsere Schönheit“!

So ist dies auch am Kathreinenball. Beim Kronenfest, im schönsten Sonnenschein, waren viele Trachten zu bewundern, aber am Kathreinenball, obwohl schon kühl, entfaltet sich scheinbar erst hier ihre eigentliche Pracht.

Heuer besuchten uns viele jüngere Leute. Ob die vielleicht an den Spruch dachten: Kathrein stellt den Tanz ein und deshalb so zahlreich erschienen sind?

Egal. Es war schön, dass so viele Besucher dabei waren. Der nächste Ball ist unser Faschingsball am 16. Januar 2016, hier in der Ratsstuben. Da könnt ihr wieder fleißig tanzen. Dies mit oder ohne Kostüm. Es ist kein Zwang.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 9.11.2015

 
Wer kennt sie, wer kennt sie nicht
Sonntag, den 29. November 2015 um 11:08 Uhr

Diese Frage ergab sich am 25. Juni, als sich ein voll besetzter Bus aufmachte um die Stadt Geretsried zu erkunden.

Die Organisatoren waren Frau Sabine Gus-Mayer, die Seniorenbeauftragte unserer Stadt und Frau Liane Schmidts, Leiterin vom Handarbeitskreis der Siebenbürger. Die Reiseleitung übernahm Frau Cornelia Irmer, ehemalige Bürgermeisterin. Zusammen bilden sie ein unschlagbares Trio.

Kennt wirklich schon jeder unser Geretsried? Eine Stadt, die wie ein Freilichtmuseum wirkt. Ein Museum auf 2459 km², mit einer Stadtgeschichte die man durch Bild und Texttafeln nachvollziehen kann. Alles können sie aber doch nicht vermitteln. Die Tafeln sind zu klein. Somit ergibt sich eine neue Frage:

Wer weiß es, wer weiß es nicht.

1083 wurden erstmals zwei, später drei Einödhöfe mit Kapelle als Gerratsried urkundlich erwähnt. Erst 1736 erhielten sie den jetzigen Namen, Geretsried. Eingebettet liegt sie zwischen der manchmal wild werdenden Isar und der B 11. Bereits vor vielen Jahren war sie eine der wichtigsten Handelsstraßen Europas. Sie verband München mit Innsbruck. Da war es nicht verwunderlich dass an ihr 1315 die Nikolauskapelle entstand. Zuerst aus Holz, aber nach dem Brand 1722, aus Stein. Unmittelbar daneben entstanden eine Gastwirtschaft, heute Gasthof Geiger und zwei Bauernhöfe.

Unter dem Schutz des damaligen Waldgebiets wurde hier 1938 ein richtiges Rüstungsbiet erbaut, bestehend aus 550 Gebäuden und Bunkern. In ihnen wurde sorgfältig getarnt die Munition hergestellt. Alles gab es hier: Kraft und Wasserwerke, Kesselhäuser und Trafostationen. Es war dies die einzige Munitionsfabrik die aus der Luft von den Amerikaner nicht erspäht werden konnte. Tiefe unterirdische Bunker, waren einige doch über der Erde wurden hier die Dächer bepflanzt. Rauffänge, Be und Entlüftungsrohre konnten eingezogen werden und waren somit nicht mehr zu sehen. Eine 70 km lange Betonstraße verband alle Lager.

Wer hätte je gedacht, als im April 1946, hier die ersten 500 Heimatvertriebenen aus Graslitz, dem Sudetenland, in Waggons eintrafen, das dieses einmal ein geschichtlich interessanter Ort werden sollte. Sie durften nur wenig Gepäck mit sich führen, hatten aber ihre Grundausstattung, ihr Handwerkzeug, dabei. So konnten sie schon bald, zwar mit geringen Mitteln, wobei das Improvisieren die Hauptrolle spielte, mit der Herstellung ihrer ersten Produkte beginnen. Dadurch entstanden viele Arbeitsplätze.

Ihre Unterkünfte waren im verlassenen, zum Teil bereits abgebauten Holzbarackenlager und im jetzigen Rathaus. Dieses war früher das Verwaltungsgebäude der DAG. In den Zimmern wurden Öfen aufgestellt und deren Rauchrohre mangels Kamin durch die Fenster gesteckt. Mehrere Familien mussten sich einen Raum teilen. Bald folgten auch andere Heimatvertriebene aus dem Banat, aus Tachau im Egerland, aus Ungarn, Schlesien und Siebenbürgen. Alle brachten ihr Wissen und Können, ihre Kultur und ihre Tradition, mit. Diese pflegen sie noch heute.

Das stete Anwachsen der Bevölkerung führte im April 1950 zur Gemeindegründung. Zur Stadt wird Geretsried am 1.7.1970 erhoben und gleichzeitig wird sie zur jüngsten Stadt Bayerns.

Dem Spruch folgend: „ Glaube an Dich, an Deine Kraft und die Fähigkeit, Dir selbst zu helfen“ (Franz Füger) entstehen bald in den leeren Bunkern die ersten kleinen Firmen. 1945 war es die Rudolf Chemie, heute in der 5. Generation. Sie stellt Textilhilfsmittel her. Zur gleichen Zeit entstand die Firma Lorenz mit ihren Holzspielsachen. Der Inhaber gab jedem Mitarbeiter als Starthilfe 1000,- DM, wissend dass sie sich gegenseitig beim Aufbau ihrer damals typischen Spitzgiebelhäuser helfen werden. 1949 begann die Firma Speck mit den Alpenlandtraktoren, heute produzieren sie Wasserpumpen. Auch für Musik war gesorgt: 1953 baute Meinlschmidt seine Blechblasinstrumente. Auf Süßes musste niemand verzichten, denn 1948 kam die Schokoladenfabrik dazu.

Durch die entstandenen Arbeitsplätze kamen noch mehr Familien mit ihren Kindern. Für sie mussten Kindergärten und Schulen her. Im heutigen Gebäude der Bibliothek und dem Jugendzentrum gab es früher eine Wäscherei, die 1950 zu einer Volksschule umgebaut wurde. Die eine Hälfte war katholisch, die andere evangelisch. 1963 gab es im Keller ein kleines Schwimmbad. Bestimmt war dies das einzige eigene Bad einer Schule. Heute beherbergt es die Aquarienfreunde.

Fazit dieses Ausflugs:

„Es ist eine Kraft Gottes die da selig macht alle, die daran glauben“. Dieser Spruch hat bestimmt vielen Heimatvertriebenen geholfen sich einzuleben und gab ihnen die Kraft für einen Neuanfang. So kann Geretsried trotz seiner jungen Jahre eine große Geschichte schreiben. Sie ist heran gewachsen und ist jetzt mit seinen 24 000 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis. Dazu hat sie sich mit seinen 2500 Hektar zum größten neuen Gewerbegebiet Münchens gemausert. Eine Besonderheit gibt es noch: Sie weist bei ihrer Länge von 7,5 km einen Höhenunterschied von 20 m aus. In Gartenberg scheint die Sonne, in Stein schneit es.

Nun die letzte Frage: Wer wusste es, wer wusste es nicht.

Ich wusste vieles nicht.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 30.6.2015

 
Kommt alle mit nach Rom
Dienstag, den 26. Mai 2015 um 20:05 Uhr

Bestimmt waren dieses die Gedanken von Werner Krauss und Annette Bollmann als sie am 23.2.2015 in der Isarau in Geretsried ihre Filmvorführung zeigten.

Sucht man im Internet nach den Ortschaften, Straßen und Landschaften die Annette und Werner mit ihrem Fahrrad durchfahren haben, muss man zuerst die 3 WWW eingeben. Die bedeuten dann Word Wide Web. Um den Mut bei den nun zu erwarteten Strapazen nicht zu verlieren, haben die beiden einfach 1 w weg fallen lassen. Die 2 verbliebenen ww stehen nun immer für „weiter und Wasser“.

Schon lange vor Beginn dieser Reise, von Geretsried nach Rom, hieß es: Training, Training, Training und dieses auf ihren Drahteseln.

So war dann endlich am 31. Juli 2013 der Startschuss.

Schnell war der Sylvenstein erreicht, weiter geht es entlang des Stausees, gespeist durch die Isar, dessen Lauf 1959 von einem Damm gebremst wird. Dabei muss das Dorf Fall geopfert werden, welches bereits durch den Roman und dem Film „ Der Jäger von Fall“ von Ludwig Ganghofer bekannt ist. Bei Wasserniedrigstand kann man die Kirchturmspitze sehen und im Internet die Mittagsglocke läuten hören.

Noch ausgeruht geht es weiter durch das Inntal, mit einem schönen Blick über das breite Tal und dem Inn. Innsbruck bleibt rechts liegen, mir als große Stadt bekannt, aber vom Berg gesehen nur noch ein Spielzeug.

Von weitem grüßt der Stubaier Gletscher, bekannt als Skigebiet, aber für Fahrräder ungeeignet. Selbst seine Kühle schafft es nicht die Hitze zu durchbrechen, somit hat sich die Filmkamera auf Werners Helm bei der Sonnenwärme von 38 Grad für immer verabschiedet.

Die Kamera die uns das satte Grün der Bergwiesen, die Wälder, Flüsse, Wege vorbei an Ortschaften, zeigte. Vorbei an Gebäuden, Palästen, vorbei an Türmen und deren dicken Steinwänden und Flachdächern auf denen oft große Bäume wachsen. Zu sehen sind lange, dicke Befestigungsmauern die vielleicht nie der Feind erobern konnte, aber jetzt von Moos und Unkraut in Besitz genommen werden.

Vom Brenner bis zum Gardasee begleitet die beiden auf 415 km die Etsch. Ein ganz neuer Radweg führt durch etliche Tunnel, früher für die Züge errichtet, heute asphaltiert und für die Fahrräder frei gegeben.

Das schöne, alte Städtchen Bozen mit einem wunderbaren Park lädt zur Pause ein. Vico Torriani begleitet uns mit seiner Musik bis ans Meer. Ein kleiner Schwenker nach Spezia, den Schiffen im Hafen, dem Reiterstandbild von Garibaldi, der ein italienischer Guerillakämpfer war, 1834 zum Tode verurteilt wurde, dann aber doch noch bis 1882 leben durfte.

Immer weiter gehen die Wege bis in die Toskana. Zu dem Carrara Gebirge mit seinem berühmten weißen Marmor. Bereits vor 2000 Jahren hatten die Römer die Schönheit dieser Steine entdeckt und sie für ihre Bauten verwendet. Heute sind nur noch 300 Steinbrüche in Betrieb.

Schon von Weitem zu sehen „ der Schiefe Turm von Pisa“. Bereits unsere Vorfahren sagten: „ baue nicht auf Sand“ und was taten 1173 die Italiener, sie bauen hier auf der „Piazza die Miracoli“, schon der Name sagt was hier einmal geschehen wird, diesen runden, freistehenden Glockenturm. Geplant war dieser Turm bereits 1173, aber erst 1372 wurde er fertig gestellt. Er bekam einen Durchmesser von 12 m und eine Höhe von 55,8 m. Der Untergrund aus Sand verhalf ihm zu einer Neigung von 4 Grad. Auf dieser Piazza befinden sich noch ein Dom und die größte Taufkirche der Welt. Auch diese hat sich bereits etwas geneigt. Da muss man doch bei der Taufe aufpassen damit das heilige Wasser beim Gießen nicht neben das Becken fließt.

Es öffnen sich wunderbare Alleen, eingesäumt von Palmen, Zypressen und Pinien. Diese verbinden Pisa mit Florenz.

Überwältigend die herrlichen Brücken die uns hier in Florenz erwarten. Sie führen alle über den Arno. Die berühmteste ist die „Ponte Vecchio“. Zuerst war sie aus Holz gebaut, aber als 1345 das Hochwasser sie mit nahm wurde sie durch Stein ersetzt. Bestimmt könnte sie heute viel erzählen, da sie die einzige Brücke ist die den 2. Weltkrieg überlebte. Auf dieser „Alten Brücke“ befinden sich viele bunte Häuser, die an ihr wie Schwalbennester kleben und früher für die Goldschmiede gedacht waren. Florenz zeigt uns nicht nur die Brücken sondern auch die herrliche „Santa Maria del Fiore“ mit der berühmten Domkuppel. Die hat eine Breite von 41,976m (hoffentlich hat man sich nicht vermessen) und einer Höhe von 83,952 m. Ihr Bau begann 1296 und konnte 1468 eingeweiht werden. Zur Kuppel führen 541 Stufen. Hier wartet eine große Menschenmenge um ehrfurchtsvoll herein gelassen zu werden.

Direkt an der Autobahn vorbei führt ein längerer Fahrradweg. Der Luftzug der vorbei fahrenden Autos hat bestimmt etwas Abkühlung verschafft.

Je näher Rom kommt, umso pompöser werden die Paläste, die Gutsgebäude, die Kirchen mit ihren Ornamenten, ihren Statuen und Innenausbauten.

Nach 16 durchfahrenen Tagen erreichen die beiden Abendteurer am 20. August Rom. Roma, gemeint ist die Stadt und nicht die Menschen. Von rückwärts gelesen, ergibt es AMOR. Um diese Stadt der Liebe zu erreichen fahren Annette und Werner 1230 km. Zu Hause hätten sie es schneller und leichter gehabt, aber bestimmt nicht so schön.

753 v. Chr. ist der Wölfin zwar die Milch ausgegangen, aber seit damals ist Rom zu einer Stadt und später zur Pilgerstadt geworden. Zu einer Stadt mit zwei Welten, das alte Rom und daneben das moderne. Sie wurde zur Stadt der Liebe, so blieb dem Papst und seinem Gefolge nichts anderes übrig als den Vatikan zu gründen, denn dort ist Liebe verboten, aber bestimmt bleiben manch einem doch noch Gedanken zum träumen.

Es heißt zwar: zwei Herzen leben in einer Brust, aber zwei Staaten in einem Land, das gibt es nur in Italien. Mitten in Rom liegt die Vatikanstadt, der kleinste unabhängige Staat der Welt mit seinem Oberhaupt, dem Papst. Heute ist es Papst Franziskus. Den Reichtum und die Schätze der katholischen Kirche offenbart uns das Vatikanische Museum, bewacht von der Schweizer Garde. Dazu gehört der Petersdom, eines der größten kirchlichen Bauwerke weltweit in dem bis zu 60 000 Personen Platz haben. Sein Grundstein wurde bereits 1506 gelegt, aber erst 1626 fertig gestellt. Mit seinen 15.160 Quadratmetern ist dieser Innenraum eines der größten auf der Welt. Mit gigantischen Maßen von 211,5 m Länge, 138 m Breite und einer Höhe von 132,5 m kann man sich schon vorstellen weshalb sich der Papst lieber durch diesen Raum tragen lässt als zu Fuß zu gehen. Ebenso gegenwärtig ist hier Michelangelo mit seinem herrlichen Mosaikdessing, seiner Darstellung Adams und dessen Erschaffung, ebenso sein „ Jüngstes Gericht“, das in der Kapelle zu finden ist.

91 Päpste haben hier ihre Ruhestätte gefunden, ebenso Petrus. Mit der Berührung seiner Statue kann man sich seinen Segen holen.

Hervorragend ist der ellipsenförmige Platz vor dem Petersdom, der Petersplatz, mit seinen 340 x 240 Metern und trotzdem oft zu klein, wenn der Papst vom Balkon spricht.

Rom ist geprägt von Leonardo da Vinci (1452-1519), Michelangelo, Raphael und Tizian. Sie schufen im 15. Jahrh. die italienische Renaissance. Diese Epoche kann selbst IKEA nicht verdrängen. Sie wird ewig leben.

Kennen Sie die Engelsburg? Erbaut 130 n. Chr. Sie diente den Päpsten in Krisenzeiten als Festung und Gefängnis. Scheinbar stammt der Name von der Hoffnung, als beide auf die Hilfe und Ankunft der Engel warteten.

Seit 1726 steht die „Spanische Treppe“, bekannteste Freitreppe der Welt. Diese Treppe gingen Werner und Annette zu Fuß hinauf und hinunter, mit dem Fahrrad wäre das zu beschwerlich gewesen.

Einst Zentrum des Römischen Reiches, das „ Forum Romanum“, ist heute leider nur noch eine Ruine, von der, wie auch von anderen Bauten, der Marmor von der Außenfassade gestohlen wurde. Unter den vielen Brunnen ist der bekannteste der „ Trevibrunnen“. Er stammt aus dem 18. Jahrh. und ist mit seinen 26 m Höhe und 50 m Breite der größte Roms. Aber Weltberühmt wurde er durch den Film „ La Dolce Vita“, mit der Deutschen Anita Ekberg.

Nicht unerwähnt darf das Kolosseum bleiben. Es wurde in 8 Jahren 72 -80 n. Chr. erbaut und war das „Amphitheater“ für Volksbelustigung und Gladiatoren kämpfe. Bekannt wurden die Pferde und Wagenrennen durch den Film „ Ben Hur“ aus 1959 mit Charton Heston auf der „Piazza del Compo“ in Siena. Auch heute noch werden zwei Mal im Jahr hier Pferderennen abgehalten.

Annette und Werner haben diese Reise geplant und für uns zu Recht geschnitten. Sie haben uns ihre Reise gezeigt, uns teilhaben lassen. Vielleicht in manch einem den Wunsch zu einer Nachahmung geweckt. Doch dieses Mal wurde der Vortrag etwas anders als sonst.

Hier begleiten die Bilder die Musik und nicht wie sonst: die Musik die Bilder.

Bereits durch seine Stiefelform fällt uns Italien ins Auge. Es ist das Land der Pizza und der 600 verschiedenen Nudelsorten.

Es gibt keine Kirche oder Marktplatz ohne Piazza. Hier treffen sich abends die Jungen und die Alten um einfach nur mit einander zu reden. Diese Piazza findet man in allen Städten und Dörfern, leider aber nicht in Deutschland. Hier müssen wir in die Disko um das gleiche zu empfinden oder zu erleben.

Als dann am 26.8.2013 bei beiden bereits ihre Gesäßteile ziemlich durch gewalkt, platt gedrückt und heiß geworden sind, haben sie die Heimreise mit dem Flugzeug angetreten.

Durch diesen Vortrag bin ich wieder einmal ins Internet, um diese von den beiden erkundeten Orte nach zu vollziehen. Hatte früher nur vage von ihnen gewusst, gehört oder gekannt.

Jetzt bin ich einiger maßen gut informiert und hoffe - Sie jetzt auch.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 26.5.2015

 
Tanze mit mir in den …
Dienstag, den 05. Mai 2015 um 19:24 Uhr

Der Maitanz ist in meinen Augen nicht nur der Tanz am 1. Mai, sondern ebenfalls ein Tanz der Sonne dem Sommer entgegen.

Wie schon jedes Jahr organisierte auch heuer die Egerländer-Gmoi diesen Tanz der Sinne.

Zum 68. Mal führen sie hier, in Geretsried, ihre Tradition fort. Eine Tradition, die sie aus ihrer Heimat, dem Egerland, mit brachten. Es beginnt mit dem Aufstellen des Maibaums, setzt sich mit den fliegenden Trachtenröcken und den stampfenden Stiefel fort. Endet aber bereits am 31. Mai mit dem Abbau des bereits etwas durchbeutelten und zerrsausten hohen, dünnen Baums.

Ja, fast den ganzen April hatten wir Sonne, mit fast schon sommerlichen Temperaturen. Manch einer sehnte sich nach Regen. Der kam dann auch und dies mit plumps und zisch, genau am 1. Mai. Da war er wirklich nicht willkommen und jeder sah entsetzt zum Himmel. Nicht so die Egerländer-Gmoi. Sie verlegten einfach, schwuppdiwupp, die Feier vom Karl-Lederer Platz in den Saal der Ratsstuben. Da sie auch für das leibliche Wohl sorgten, stellten sie ihre Buden vor den Saal und ließen den herrlichen Duft der Bratwürste und des Kaffees durch die Türen herein strömen. Dass sich dann auch das Kuchenbuffet leerte, war bei der Auswahl, kein Wunder.


Aber all dieses gab dem kulturellen Geschehen keinen Abbruch.

Das vielfältige Programm aller Landsmannschaften aus Geretsried konnte sich sehen lassen.

Mitten drin auch die drei Tanzgruppen unserer Siebenbürger. Was glaubt ihr, welche Gruppe hatte den größten Erfolg? Genau!

Unsere Kindergruppe. Unsere Kleinsten. Acht Kinder, zwischen zweieinhalb und fünf Jahren, wirbelten wie Profis über die Bretter.

Die Jugendtanzgruppe war leider verhindert, aber die vier Paare der Schüler haben diese wunderbar vertreten. Die Erwachsenengruppe rundete das Programm der Siebenbürger ab.

Zwischen den Auftritten entstanden keine Pausen, obwohl es zur Bühne immer die Treppe hinauf und wieder hinab ging. Auf ihr saßen dann, wie Zaungäste, die Kinder und beobachteten mit Argusaugen jeden Tanzschritt ihrer Konkurrenten.

Zum Schluss tanzten alle Tanzgruppen, die Egerländer, die Ungarndeutschen, die Russlanddeutschen, die Griechen und wir, die Siebenbürger, gemeinsam die Sternpolka. Dieses zum ersten Mal und ohne Probe. Wer den Tanz noch nicht kannte, hatte den Dreh schnell raus. Die Bühne wurde zu klein.

Zum Ausklang spielte die Musikkapelle aus Hartenning.

Jetzt konnte es draußen ruhig weiter regnen.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 5.5.2015

 
Hurra, Hurra,
Montag, den 27. April 2015 um 19:23 Uhr

Dieses Mal können wir einen Zuwachs in unserer Mitte verbuchen. Bei dieser freudigen Mitteilung sieht man gerne über die wiederkehrende geringe Beteiligung bei der Mitgliederversammlung vom 27. April in der Isarau, hinweg.

Besonders freuen wird sich der Chor, denn die Eheleute Stefani aus Regensburg kommend (die haben jetzt zwei weniger) sind von nun an nicht nur neue, sondern auch singende Mitglieder bei uns. Hurrraaa, hurrraaa.

Wir würden uns freuen, wenn dieses Schule macht und sich noch mehr singende Mitglieder oder auch Nichtmitglieder, dem Chor anschließen.

Als Eröffnung lässt uns der Chor mit dem Lied „ Der Mai ist gekommen“ draußen die dunklen Wolken vergessen und erinnert uns an den kommenden 1. Mai.

Nach den einleitenden Worten der Vorsitzenden Gerlinde Theil, folgen die Berichte aus den Referaten.

Es beginnt unsere Kulturreferentin Uschy Meyndt und hält einen Rückblick aller kulturellen Aktivitäten aus dem Jahre 2014. Dabei kam sie auf 27 Veranstaltungen an denen unsere Kreisgruppe beteiligt war.

27 Veranstaltungen, die nie ohne unseren 200 aktiven Mitgliedern und deren Arbeit funktioniert hätte.

Aber auch diese 200 Helfer und Aktive würden ohne eine Organisation, einer konkreten Leitung keine objektive Arbeit erbringen können. Dieses ist nur durch die Zehntfrauen zu bewerkstelligen.

Die Mutter der Zehntfrauen war 1976, Frau Elsa Schemmel, eine ehemalige Lehrerin aus Heltau. Sie stellte hier in Geretsried die Zehntschaft an Stelle der Nachbarschaften. So betreute eine Frau 10 Familien, heute sind dies manchmal auch mehr. Die Nachbarschaft, wie sie in Siebenbürgen für eine Straße da war, konnte hier auf diese Art die Betreuung nicht durchführen. Durch Zettel werden die Veranstaltungen den Mitgliedern bekannt gegeben. Diese Zettel tragen die Zehntfrauen aus, sind aber auch sonst für Fragen immer offen. So kam die Frage und Diskussion über die neuen Mitgliederkarten auf. Wozu braucht man die, was sollen wir mit ihnen machen usw. Frau Gerlinde Theil klärte sofort alles auf.

So kann man bereits beim Austeilen sehen wenn nicht alles mit den Karten korrekt ist und erkennen, wenn sich Fehler in der Geschäftsstelle eingeschlichen haben. Wenn plötzlich der liebende und treue Ehepartner keine Karte erhalten hat, aber bereits Verstorbene eine in ihren Händen halten könnten. Schließlich kennt jede Zehntfrau ihre Schäfchen. Leider waren aber nur wenige von ihnen anwesend.

Nach Frau Schemmel hat für lange Jahre Frau Waltraud Durlesser die Betreuung der Zehntfrauen übernommen. Heute macht es Frau Marianne Frühn.

Frau Schemmel hat aber nicht nur ein Kind, das heißt die Zehntschaft, zur Welt gebracht, sondern zusammen mit ihrer Schwester, Hilde Handel, ist sie seit 1977 auch die Mutter des Fundes ( Grundstock) der ersten Trachten hier. Sie wurden für ein Theaterstück gebraucht und er hat sich später in den Trachten der Jugendtanzgruppe fortgesetzt. So haben sie zusammen mit anderen Frauen die schwarzen Leibchen und die weißen Schürzen mit schwarz bestickt. Später übernahm Frau Inge Konradt dieses. Jetzt wacht Frau Kerstin Wagner mit Argusaugen über den Trachten. Beim Handarbeitskreis, deren Leitung Frau Liane Schmidts inne hat, haben sich bereits mehrere junge Frauen gemeldet um beim Herstellen und besticken der neuen und sehr dringend gebrauchten Leibchen mit zu helfen. Eine große Hilfe für Trachtenfragen ist weiterhin Frau Konradt.

Frau Hilde Schmidts verspricht auch heuer zwei Seniorennachmittage zu organisieren.

Glücklich erzählt Frau Marianne Marzell, sie leitet die Nachbarschaft in Bad Tölz, über das Gelingen der beiden jährlichen Veranstaltungen. Der Weihnachtsfeier und dem Faschingsball.

Horst Wagner freute sich über die positive Ausstrahlung und Anerkennung seiner Urzel, in Geretsried und Umgebung.

Zum Schluss gab es noch ein „ Hurra“: die Kasse hat gestimmt.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 27.04.2015

 
Wau, war das eine Woche
Freitag, den 06. März 2015 um 19:16 Uhr

Wie jedes Jahr, fällt auch heuer unsere Urzelaktivität in die 5. Jahreszeit. Hier in unserer Gebirgsgegend bedeutet sie nicht die Faschingszeit oder Pubertät unserer Jugend, in der viele nicht wissen ob sie Männlein oder Weiblein sind, sondern ist die Zeit in der der Winter mit dem Frühjahr kämpft. Oft nicht wissend ob es ein Heim- oder Auswärtsspiel ist.

Am 18. Januar war der Raum für die 40 Urzelbesucher leider viel zu klein. Er befindet sich im neuen Museum in Geretsried und beherbergt auch den Urzel, mit dem sich die Stadt am Faschingsdienstag identifiziert. In der Vitrine steht die große Urzelpuppe, neu gestaltet von Frau Herta Lang und Wiltrud Wagner, begleitet von einem alten Film der ehemaligen „Deutschen Stunde“ des Rumänischen Fernsehens.

Dieser Spruch sagt alles: „ Das, was man am besten kann, mit dem verbinden, was der Gemeinschaft nutzt. Und mit Herzblut daran arbeiten “ und gilt auch für die hiesigen Urzel. Für sie verbürge ich mich. Dass Tradition, Regeln, Benehmen und Kleidung eingehalten werden behalte ich im Auge. Mit Freude erkenne ich, dass bereits die Neulinge vor ihrem 1. Auftritt von den anderen eingeweiht werden und sich daran halten. Weiter so!

Leider minimieren die Medien uns nur aufs Winteraustreiben, obwohl ich immer auf die wirkliche Urzelentstehung und dessen Brauch hinweise. Die wahre Urzelgeschichte lassen sie links liegen. Die Legende der Ursula hingegen nehmen sie gerne auf. Somit werden wenigstens die Namen Agnetheln und Siebenbürgen erwähnt und damit bekannt gemacht.

Unsere Urzelwoche begann mit dem Krautessen am dem 13. Februar, einem Freitag. Da kann es nur sehr gut werden oder ins Wasser fallen. Es wurde sehr gut. Wie immer wurden bei Horst (Hori) Wagner die Knödel und das Kraut zubereitet, die Töpfe gefüllt, in der Garage gekocht und von unseren Helferinnen serviert.

Und dann am Sonntag ,den 15. Februar, die große Freude. Die Nachbarstadt, Wolfratshausen, hatte uns eingeladen. Bereits Wochen vorher brachte der Münchner Merkur das Thema „ Wolfratshausen wird narrisch“, diesmal anders, nicht mit einem Faschingsumzug, sondern mit einer großen Bühne am Marienplatz, die Kirche als Kulisse, auf der die Brauchtumsgruppen ihr Programm zeigten. So schreibt die Zeitung mit Urzelfoto: „ Zur Eröffnung geben sich die Urzel der Siebenbürger Sachsen aus Geretsried ein Stelldichein.“ Und Herr Peter Steinberger: „ Die waren mir besonders wichtig, schließlich stehen sie für das Brauchtum, das dem Fasching eigentlich zugrunde liegt.“

Dies ist doch der Beweis, dass wir endlich auch hier in Wolfratshausen und Umgebung, angekommen sind, was wir bis jetzt nicht behaupten konnten. Bestimmt nicht bei allen, aber bei der Mehrheit und im Rathaus. Auf die Bitte hin, auch hier den Bürgermeister Klaus Heilinglechner abzuholen und auf die Bühne zu bringen, kamen wir gerne nach. Mit den Kindern und unserer Reifenschwingerin, Maria Wagner, waren dies über 30 Urzel. Vor solch zahlreichem Publikum und der Riesenbühne stellte sie lieber nur 1 Glas auf den Reifen, obwohl früher bereits mehr Gläser darauf standen. Außerdem war doch nur 1 Bürgermeister da, der den Wein kosten sollte. Wer sollte dann die anderen Gläser bekommen.


Und erneut schrieb am 16. Februar die Zeitung: „ Die Urzeln, die Brauchtumsgruppe der Siebenbürger Sachsen aus Geretsried, hatten es doch tatsächlich geschafft die Wolken vom Vormittag zu vertreiben. Pünktlich zu Beginn des Spektakels um 13 Uhr schien die Sonne. Mit Peitschen, Rasseln und Kuhglocken machen die gruselig-zotteligen Gestalten dem Winter im Februar traditionell den Garaus.“ Somit haben wir auch hier unsere Aufgabe und Arbeit gut bewältigt.

Zum 1. Mal wurden wir ins Altenheim Geretsried, Sankt Hedwig, eingeladen. Da erwartete uns am Faschingsdienstag, den 17. Februar, eine warme Eingangshalle. Hier werden viele Siebenbürger betreut, darunter auch Katharina Dengel aus Neustadt, bereits 103 Jahre alt. Beim Reifenschwingen begleitete Peter Wagner seine Tochter Maria mit der Trompete. Auf Wunsch spielten wir das Siebenbürger-Lied. Mit leuchtenden Augen sangen die Heiminsassen und deren Betreuerinnen mit. Alle konnten sie den gesamten Text mit singen, nur wir, die Urzel, mussten bereits nach der 1. Strophe den Spickzettel ziehen.

Erwartet und bewirtet wurden wir wieder bei Peter und Kerstin Wagner, bei Gerda Bretz und bei Gerhard (Gar) Eitel. Hier tauften wir gleich 9 Kinder und 2 Erwachsene, die Neuzugänge. Für jeden der Beweis, um Nachwuchs müssen wir uns noch keine Sorgen machen, nur am Faschingsdienstag ist die Beteiligung etwas geschrumpft, da sich für diesen Tag nicht alle Urlaub nehmen möchten.

Trotzdem konnten wir mit 52 Urzel den neuen Bürgermeister aus Geretsried, Michael Müller, vom Rathaus zum Festplatz begleiten. Bereits eingesungen, ließen wir im Rathaus zum 1. Mal das Siebenbürger-Lied erklingen.

Falls uns Petrus auch im nächsten Jahr ein so schönes Wetter beschert und uns dabei die Herzen überschäumen, kann es sein, dass wir aus voller Kehle das „Siebenbürgen“ erklingen lassen. Genügend Zuschauer wären auf dem Festplatz um uns zu unterstützen.

Mal sehen. Sag niemals „Nie“.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 6.3.2015

 
Sogar Ägypten war zu Besuch
Samstag, den 21. Februar 2015 um 21:22 Uhr

Clown und Elfe bewachten die Abendkasse, während Gerlinde Theil den Ball, am 7. Februar in der Geretsrieder Ratsstuben, eröffnete und alle Anwesende begrüßte, dem sich auch Herr Bürgermeister Michael Müller gerne anschloss.

Sofort sticht bei der Polonaise die erwachsene Tanzgruppe heraus. Die Ergebnisse der geklonten Marilyn Monroe, mit ihren weiß-blonden Locken, weißen Minikleidchen und weißen Stöckelschuhen, bestechen durch ihre bewusste und besondere Ausstrahlung. Bewundernswert die graziösen Bewegungen mit Bart, den strammen Waden, BH der Größe XXXL und dem manchmal etwas stolperndem Gang.

Unter den Klängen der Rocky-Band verlor die tanzende Putzfrau ihre Klo-Bürste, die Ägypterin traute sich auf das europäische Parkett, der Schotte hielt sich den Rock zu und das Teufelchen, Uschy Meyndt, führte durchs Programm.

Unsere Kleinsten, die vielen Elfen, noch an der schützenden Hand ihrer Leiterinnen, schwebten durch den Saal. Die Schüler- und Jugendtanzgruppe hingegen löste sich bereits von den lenkenden Händen und tanzte ihre Tänze in eigener Choreographie. Na bitte, es geht doch, nichts gegen die helfenden Tanzleiter, auch die müssen sein, aber hier kann sich das Ergebnis sehen lassen.

Der bisherige Einzeltänzer der Schülertanzgruppe bekam Verstärkung. Beide Jungen und ein Mädchen zeigten eine Soloeinlage, während die anderen Mädchen fleißig mit tanzten. Hallo Ihr Jungs, traut euch und gebt den beiden Rückenstärkung. Nur Mut! Euer Erfolg bei den Mädchen wird nicht ausbleiben und eure Handys werden voller SMS sein.

Ja, wer hätte das gedacht! Da gab es tatsächlich, nach all den guten Vorstellungen, auch noch eine Steigerung.

Und die schlug ein, wie der Blitz.

So kam die Jugendtanzgruppe in Aerobic Anzügen mit einem „Aerobic Medley“ Tanz. Die Jungen in bunter, hautenger Kleidung. Eine Augenweide für jedes Frauenherz. Wunderbar passte sich Ihr Schwung dem musikalischen Rhythmus an. Sie waren sich ihrer Darbietung ganz bewusst und kosteten es voll aus.

Dann reihten sich die Mädchen ein. Alle ganz in schwarz. Zuerst dachte ich: „Die Armen, die gehen ja da ganz unter“. War es aber nicht. Sie zeigten ihr Selbstvertrauen und gaben ihr Bestes. Beim Anblick der funkelnden Männeraugen wusste ich, auch sie haben überzeugt. Somit waren beide Geschlechter wieder vereint.

Es war toll. Weiter so.

Die Gastgruppe, Freestyle-Tänzer, mit einer ehemaligen Tänzerin aus der Schülergruppe, lernte den Umgang mit der Panne kennen, meisterte diese dann aber mit Bravour. Danke, es war schön.

Dann die Prämierung:


Was meint Ihr, wer war auf dem 1. Platz? Na, Marilyn Monroe wäre vor Stolz geplatzt. Für eine Goldmedaille fehlte aber der Luftzug aus dem Schacht. Das wäre ein Bild für Götter gewesen.

Den vielen kleinen Elfen wurde die Prämierung durch Schokolade versüßt.

Etwas mehr Kostüme hätte ich mir schon gewünscht. Dass ich ein Faschingsmuffel bin, muss doch nicht auf andere überspringen. Immer wieder bewundere ich die tollen Ideen der anderen, die ich leider nicht habe. Mut dazu haben heuer die Jungen und die Männer bewiesen.

Jedes Mal gibt es auch ein nächstes Mal und zwar dies im kommenden Jahr. Da freue ich mich schon jetzt auf Eure vielen neuen Ideen.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 21.2.2015

 
Kommt er, kommt er nicht
Freitag, den 02. Januar 2015 um 21:19 Uhr

Ja, er ist gekommen. Am 7. Dezember in die Ratsstuben Geretsried.

Die Vorbereitungen begannen bereits vormittags mit Tische decken und dem Füllen der Teller. Es waren dies die wunderbarsten, vielfältigsten Kuchen. Recht schönen Dank allen Kuchenspendern und Helfern. Der gleiche Dank gebührt auch den Geldspendern, mit deren Hilfe wir den Kaffee und die vielen Päckchen für den Nikolaus bezahlen können, damit dessen Sack nicht leer bleibt.

Frau Gerlinde Theil begrüßte all unsere Ehrengäste, Frau Sabine Gus-Mayer von den Senioren der Stadt Geretsried, Frau Herta Daniel Stellvertretene Bundesvorsitzende und Landesvorsitzende von Bayern der Siebenbürger Sachsen und Herrn Pfarrer Theo Heckel.

Die Moderation übernahm dieses Mal Frau Ongerth Doris.

Im Namen des Verbandes aus München überbrachte Frau Herta Daniel deren Grüße. Sie begrüßte hier alle Mitglieder, aber auch die Nichtmitglieder, die als Gäste teilnehmen und immer willkommen sind. Alle sind willkommen, aber vielleicht sollte dennoch jeder über eine Mitgliedschaft in unserem Verband nachdenken. Denn jeder Verband, auch der unsrige, existiert nur in und durch die Gemeinschaft. Ebenso lebt er nur durch und mit seinen Mitgliedern. Nur so kann das Siebenbürgisch-Sächsische Kulturgut weiter leben. Ein Kulturgut welches uns übermittelt wurde, das bereits unsere Vorfahren lebten und pflegten. Wir sollten es nicht einfach wegwerfen, vergessen, sondern jetzt unseren Nachkommen über- und vermitteln.

Herr Pfarrer Theo Heckel, umgeben von vielen kleinen Engeln, machte das Lied „ Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ zu seiner Adventsansprache. Öffnet Eure Herzen und Türen, auch für die Menschen die besonders Hilfe brauchen.

Bei diesem Lied wurde mir ganz warm. Ich musste an mein Solo in Wien im Stephansdom denken. An das Lied welches ich als Kind, ebenfalls an einem Advent, gesungen habe. Oben, auf einer Empore, stand ich in meinem weißen Engelkleid, mit riesigen Flügeln. Ohne Mikrofon und Verkabelung an meinem Körper schmetterte ich das „ Vom Himmel hoch da komm ich her…“. Unter mir wurde alles klein. Ich fühlte mich frei und fast erhaben. Ob die mein Kleid sahen? Egal, sie sollten mich ja hören. Selbst Jesus fand es nicht schlecht. Er lächelte auf dem Arm seiner Mutter. Auch der Hinweis, dass ich laut singen müsse, da die Orgel alles übertöne, stimmte nicht. Bei diesem Lied wurde selbst sie ganz zart und fein.

Der Chor, unter der Leitung von Renate Klemm, holt mich in die Wirklichkeit zurück. Aber ohne Chor keine Feier, schon gar keine Weihnacht. Mit seinen Liedern lockt er sogar den Nikolaus hinter dem Ofen hervor. Der kann heuer auf eine 20 jährige Tätigkeit blicken, unser Depner Johann ( Hans ).

Dann aber kam unsere jüngste Theatergruppe zum Einsatz. Ich konnte mir gut vorstellen wie sich da so manch kleiner Schauspieler fühlte. Auch ihnen ging es wie mir damals. Einmal auf der Bühne, in der Nähe Mutter, Vater, Oma und Opa, da kann nichts mehr schiefgehen. Dieses Mal spielten sie das Krippenspiel „ Was hat nur der Esel gedacht?“ Das heraus zu finden war etwas schwierig, da ich keinen Esel, keine Kuh, kein Kamel sehen konnte. Doch die Kinder haben nach den fleißigen Proben und mit ihrem natürlichen Scharm dieses wunderbar gemeistert. Haben sich die Belohnung verdient und durften somit ihre Päckchen holen. Zurück blieb ein nachdenklicher Nikolaus, der Verlassen am Tribünenrand saß.

Es war eine richtig schöne Weihnacht mit einer neuen Atmosphäre, die man in den vergangenen Jahren oft vermisste. Sonst waren die Unterhaltungen der verschiedenen Personen lauter als die der Mitwirkenden. Heuer konnte man die Stille im Saal genießen und dem Programm richtig folgen.

Dieses Mal hatte der Weihnachtsbasar das Thema: Kerzen. Kerzen in allen Variationen, umhüllt von Nelken, Zimtstangen, Anis und Orangenstücken.

Die Lose unserer Tombola waren sofort vergriffen. Einigen war das Glück auch weiterhin holt, das Mädchen welches voriges Jahr gleich 2 Lebkuchenhäuschen gewonnen hatte, kann auch heuer wieder an einem knabbern. Hier ein Dank auch an die vielen Spender.

Jeder kennt doch die Ehrungen der ehrenamtlichen Mitglieder, für ihren Fleiß und ihre Arbeit. Heuer einmal anders. Die Ehrungen galten deren Ehepartnern. Es sollte ein Dank für das Verstehen und die Toleranz ihnen gegenüber sein.

Zum Schluss luden mit ihren Musikinstrumenten Michael Liebhart, Maria Greff und Gerhard Fuchshuber zum gemeinsamen Singen ein. Es wurde gerne angenommen. Jeder konnte mit den ausgelegten Liedertexten gut mithalten.

Mir bleibt nur noch eines: Ihnen allen, ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2015 zu wünschen.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 02.01.2015

 
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