Newspaper Urzeln
Wau, war das eine Woche
Freitag, den 06. März 2015 um 19:16 Uhr

Wie jedes Jahr, fällt auch heuer unsere Urzelaktivität in die 5. Jahreszeit. Hier in unserer Gebirgsgegend bedeutet sie nicht die Faschingszeit oder Pubertät unserer Jugend, in der viele nicht wissen ob sie Männlein oder Weiblein sind, sondern ist die Zeit in der der Winter mit dem Frühjahr kämpft. Oft nicht wissend ob es ein Heim- oder Auswärtsspiel ist.

Am 18. Januar war der Raum für die 40 Urzelbesucher leider viel zu klein. Er befindet sich im neuen Museum in Geretsried und beherbergt auch den Urzel, mit dem sich die Stadt am Faschingsdienstag identifiziert. In der Vitrine steht die große Urzelpuppe, neu gestaltet von Frau Herta Lang und Wiltrud Wagner, begleitet von einem alten Film der ehemaligen „Deutschen Stunde“ des Rumänischen Fernsehens.

Dieser Spruch sagt alles: „ Das, was man am besten kann, mit dem verbinden, was der Gemeinschaft nutzt. Und mit Herzblut daran arbeiten “ und gilt auch für die hiesigen Urzel. Für sie verbürge ich mich. Dass Tradition, Regeln, Benehmen und Kleidung eingehalten werden behalte ich im Auge. Mit Freude erkenne ich, dass bereits die Neulinge vor ihrem 1. Auftritt von den anderen eingeweiht werden und sich daran halten. Weiter so!

Leider minimieren die Medien uns nur aufs Winteraustreiben, obwohl ich immer auf die wirkliche Urzelentstehung und dessen Brauch hinweise. Die wahre Urzelgeschichte lassen sie links liegen. Die Legende der Ursula hingegen nehmen sie gerne auf. Somit werden wenigstens die Namen Agnetheln und Siebenbürgen erwähnt und damit bekannt gemacht.

Unsere Urzelwoche begann mit dem Krautessen am dem 13. Februar, einem Freitag. Da kann es nur sehr gut werden oder ins Wasser fallen. Es wurde sehr gut. Wie immer wurden bei Horst (Hori) Wagner die Knödel und das Kraut zubereitet, die Töpfe gefüllt, in der Garage gekocht und von unseren Helferinnen serviert.

Und dann am Sonntag ,den 15. Februar, die große Freude. Die Nachbarstadt, Wolfratshausen, hatte uns eingeladen. Bereits Wochen vorher brachte der Münchner Merkur das Thema „ Wolfratshausen wird narrisch“, diesmal anders, nicht mit einem Faschingsumzug, sondern mit einer großen Bühne am Marienplatz, die Kirche als Kulisse, auf der die Brauchtumsgruppen ihr Programm zeigten. So schreibt die Zeitung mit Urzelfoto: „ Zur Eröffnung geben sich die Urzel der Siebenbürger Sachsen aus Geretsried ein Stelldichein.“ Und Herr Peter Steinberger: „ Die waren mir besonders wichtig, schließlich stehen sie für das Brauchtum, das dem Fasching eigentlich zugrunde liegt.“

Dies ist doch der Beweis, dass wir endlich auch hier in Wolfratshausen und Umgebung, angekommen sind, was wir bis jetzt nicht behaupten konnten. Bestimmt nicht bei allen, aber bei der Mehrheit und im Rathaus. Auf die Bitte hin, auch hier den Bürgermeister Klaus Heilinglechner abzuholen und auf die Bühne zu bringen, kamen wir gerne nach. Mit den Kindern und unserer Reifenschwingerin, Maria Wagner, waren dies über 30 Urzel. Vor solch zahlreichem Publikum und der Riesenbühne stellte sie lieber nur 1 Glas auf den Reifen, obwohl früher bereits mehr Gläser darauf standen. Außerdem war doch nur 1 Bürgermeister da, der den Wein kosten sollte. Wer sollte dann die anderen Gläser bekommen.


Und erneut schrieb am 16. Februar die Zeitung: „ Die Urzeln, die Brauchtumsgruppe der Siebenbürger Sachsen aus Geretsried, hatten es doch tatsächlich geschafft die Wolken vom Vormittag zu vertreiben. Pünktlich zu Beginn des Spektakels um 13 Uhr schien die Sonne. Mit Peitschen, Rasseln und Kuhglocken machen die gruselig-zotteligen Gestalten dem Winter im Februar traditionell den Garaus.“ Somit haben wir auch hier unsere Aufgabe und Arbeit gut bewältigt.

Zum 1. Mal wurden wir ins Altenheim Geretsried, Sankt Hedwig, eingeladen. Da erwartete uns am Faschingsdienstag, den 17. Februar, eine warme Eingangshalle. Hier werden viele Siebenbürger betreut, darunter auch Katharina Dengel aus Neustadt, bereits 103 Jahre alt. Beim Reifenschwingen begleitete Peter Wagner seine Tochter Maria mit der Trompete. Auf Wunsch spielten wir das Siebenbürger-Lied. Mit leuchtenden Augen sangen die Heiminsassen und deren Betreuerinnen mit. Alle konnten sie den gesamten Text mit singen, nur wir, die Urzel, mussten bereits nach der 1. Strophe den Spickzettel ziehen.

Erwartet und bewirtet wurden wir wieder bei Peter und Kerstin Wagner, bei Gerda Bretz und bei Gerhard (Gar) Eitel. Hier tauften wir gleich 9 Kinder und 2 Erwachsene, die Neuzugänge. Für jeden der Beweis, um Nachwuchs müssen wir uns noch keine Sorgen machen, nur am Faschingsdienstag ist die Beteiligung etwas geschrumpft, da sich für diesen Tag nicht alle Urlaub nehmen möchten.

Trotzdem konnten wir mit 52 Urzel den neuen Bürgermeister aus Geretsried, Michael Müller, vom Rathaus zum Festplatz begleiten. Bereits eingesungen, ließen wir im Rathaus zum 1. Mal das Siebenbürger-Lied erklingen.

Falls uns Petrus auch im nächsten Jahr ein so schönes Wetter beschert und uns dabei die Herzen überschäumen, kann es sein, dass wir aus voller Kehle das „Siebenbürgen“ erklingen lassen. Genügend Zuschauer wären auf dem Festplatz um uns zu unterstützen.

Mal sehen. Sag niemals „Nie“.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 6.3.2015

 
Oh, du schöne Grillzeit
Dienstag, den 29. Juli 2014 um 07:54 Uhr

Am Sonntag, den 20. Juli, luden wir unsere Urzel, sowie deren Mitglieder, wieder auf Peter Wagners Terrasse ein.

Nur eine Woche vorher, ein verregnetes Kronenfest unserer Geretsrieder Kreisgruppe und jetzt das schönste Wetter.

Ob dies an der Einsicht des Herrn Petrus liegt. Schließlich kann er uns dieses Fest nicht versalzen oder vermiesen. Für einen kurzen Regenschauer ist die Überdachung der großen Terrasse zuständig und will Kälte und Regen nicht aufhören, kommt der Gabelstapler, schiebt alle Maschinen beiseite und schon wird Peters Werkstatt zum schönsten Biergarten.

Ehrlich gesagt: Mici und Holzfleisch waren bereits von unseren Grillmeistern fertig gewendet, gegrillt und zum Verzehr frei gegeben, trotzdem schielte man zum Eingang. Dort wurde das Auto mit dem Lämmchen, dem Ceaun, erwartet. Lebevoll zubereitet von Erich Ongerth und seiner Frau Gerda. Dazu gab es den traditionellen Palukes. Wer keinen wollte konnte sich vom Kartoffel und Gurkensalat, zubereitet von Bartel Emmy, bedienen.

Wer noch nicht wusste wie die Urform des Sauerkrauts aussieht, riecht oder schmeckt, ihm nur bekannt als Urzelkrautwickerl, konnte sich jetzt mit den zwei letzen Köpfen vergnügen.

Es schmeckte noch sehr gut und gesund, reich an Vitaminen, ist es auch. Es bindet die Fettteile vom Hauptgericht, saugt und verdrängt den Alkohol. Jeder kann nach seinem Genuss sagen: ich habe etwas für meine Gesundheit getan.

Danach wurden die besten selbstgebackenen Kuchen aus den Körben hervorgeholt und mit Kaffee hinunter geschluckt. Wenn auch manch einer dachte satt zu sein, ein kleines Plätzchen war doch noch für diese süßen Köstlichkeiten, fei geblieben.

Allen die zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben, einen schönen Dank.

Es hat gefallen. Essen und Trinken haben gereicht. Gesprächsstoff ist auch noch fürs nächste Jahr geblieben. Schlechtes Wetter gibt es hier nicht. Man ist draußen im Freien, im Grünen und kann die Seele baumeln lassen.

Das nächste Jahr kann kommen. Wir warten schon.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 29.7.2014

 
Heuer lassen wir es krachen
Montag, den 17. März 2014 um 07:58 Uhr

So unsere Devise. Und es hat gekracht. So manches sich geändert.

Begonnen hat es mit dem Urzelkrautessen am 1. März. Ein Tag an dem man in Rumänien das „Martisor“ verschenkt, hingegen bei uns, diesmal, das Kraut. Die 564 Knödel waren am Vortag schnell in den 3 großen Töpfen verschwunden und am Samstag in der Garage vom Zunftvater Horst (Hori) Wagner gekocht. Das traditionelle Essen müssen wir in unserer Straße nie ankündigen: man riecht es bereits von einem Ende zum anderen.

Wie immer begrüßte Horst Wagner die Gäste und Wiltrud Wagner sprach noch einige Worte dazu.

Und doch war es anders als sonst. So war das Krautessen zum 1. Mal in den Ratsstuben. Der bisherige Saal bei der Kirche platzte schon aus allen Nähten. Wir durften unsere Krauttöpfe mit bringen und diejenigen deren Mägen die Säure des sonst so gesunden Krauts nicht vertragen, aber dennoch die Nähe der Urzelgemeinschaft lieben, konnten sich von der Gastwirtschaft ein Wiener Schnitzel bestellen.

Danke für Euer Kommen, denn ohne Gäste ist das beste, köstlichste und schönste Urzelkraut nichts wert.

Worauf blicken wir heuer: auf den Winter der ein Sommer war.

Das Kraut braucht zwar Wärme zum wachsen, aber fürs sauer werden und bleiben braucht es Kühle, sonst wird es weich und „keomert“ vor sich hin. Mit einem Wort: es ist kaputt.

Nach dem es bereits bei Misch, Hans und Flori den Weg zum Kompost antreten musste, kamen auch wir ins Schwitzen. Doch der Keller behielt die richtige Temperatur.


Dann, am 4. Februar, dem Faschingsdienstag, eigentlich unser Urzelarbeitstag, an dem der Bürgermeister unter unserem Schutz vom Rathaus zum Festplatz geht, heuer leider zum letzten Mal für Frau Bürgermeister Irmer, klopfte der Winter an die Tür und zwang uns das wahre Urzelbild zu zeigen. Abgehärtet, jedem Wind und Wetter trotzen und dennoch in bester Verfassung bleiben.

Der Name unserer Urzelguppe „ Harbachtaler Urzelzunft“ sagt schon alles. Unsere Mitglieder stammen aus diesem rauen Tal, durch das der Harbach fließt. Vorbei an 7 Dörfern und mitten durch Agnetheln. Sie ist die Geburtsstadt des Urzel. Ihre ersten Anzüge hatten bunte Flecken, Zotteln, später wurden sie „ Herrisch“ und waren nur noch aus schwarzem Wollstoff.


Die jetzige Darstellung des Urzelbrauchs, sie würden die bösen Geister und den Winter austreiben, oder die schönere Variante, über die 1938 Herr Rudolf Schuller schrieb: da sollen 1601 die Urzeln den Feind vor den Mauern Agnethelns besiegt haben. Oder noch eine:

da hatte sich doch eine Frau Ursula mit Schellengeläut und Peitschenknallen im Urzelgewand hinaus bis zu den Türken gewagt und diese vertrieben, sind nicht ganz wahr. Von diesem Namen Ursula, oder den Zotteln wurde scheinbar dann auch der Name Urzel abgeleitet.

Märchen und Erzählungen sind immer schön und romantisch. Ganz anders aber dann die Wirklichkeit.

Dieser Brauch musste viele Höhen und Tiefen durchwandern.

Um 1500 kam der Urzellauf zum Forttragen der Bruderschaftslade dazu. In der Bruderschaft waren die Gesellen und Lehrlinge zusammen geschlossen.

Schon 1689 wird zum 1. Mal der Urzeltag als „ Mummenschanz der Zünfte“ nachweisbar bezeichnet.

Franz Friedrich Fronius beschreibt bereits 1882 den Urzelumzug.

1900 wurden die Bruderschaften und Zünfte aufgelöst.

Damit entstand am 25. Januar 1911 das erste gemeinsame Ladenforttragen aller Bruderschafts- und Zunftladen mit allen Urzeln. Bis dahin wurde die Lade immer nur von den eigenen Urzeln vom alten zum neuen Zunftmeister begleitet. In der Lade befanden sich die Unterlagen und das Geld der Zünfte, so wie die der Schuster, Schneider, Kürschner und Fassbinder. Von nun an bildeten sie gemeinsam den Urzelumzug.

1941 war der letzte Urzellauf. Er wurde verboten und konnte erst 1969 wieder ins Leben gerufen werden.

1986 war für Agnetheln, mit seinen 600 Urzeln, das Rekordjahr. Aber auch für Geretsried wurde es das Jubiläumsjahr. Es ist dies das Jahr in dem wir mit 13 Urzeln und einem Reifenschwinger (Peter Wagner) zum 1. Mal auftraten und den Bürgermeister abholten. In dieser Zeit wechselten sich einige Bürgermeister im Rathaus ab.

Im nächsten Jahr begleiten wir wieder einen neuen. Wir freuen uns schon darauf. Besonders auf seine Reaktion.

Liebe Urzel: läutet und peitscht was ihr nur könnt.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 17.3.2014

 
Wir sind „Ein Berliner“
Montag, den 14. Oktober 2013 um 10:49 Uhr

Wir, das heißt, die Urzeln und deren Anhänger aus Geretsried.

Pünktlich abgeholt ging es mit großer Vorfreude und Neugierde nach Berlin.

Gegen Mittag gab es die mitgebrachten Wurst und Käsesemmel, sowie Kaffee und schon gesellten sich die herrlichsten Kuchen auf unseren Biertisch.

Einen recht schöner Dank an alle Kuchenspenderinnen, ebenso an die Männer, die sich für die Zahnhygiene und Rachendesinfektion berufen fühlten.

Kurz vor Berlin begrüßte uns die original Tribüne aus 1937. Damals diente sie dem Publikum als Rennstrecke AVUS, heute unbenutzt, säumt sie die Autobahn 115.

Vorbei ging es am Fernsehturm, der bereits unter Honecker mit dem Funkturm konkurrierte. Bis 1969 war der 1926 erbaute Funkturm mit seiner gesamt Höhe von 150 m das höchste Gebäude in Berlin. Dies ärgerte Erich Honecker so sehr, dass er beschloss bei sich in Ostberlin ein noch höheres zu bauen. So erhielt sein Turm, der Fernsehturm, die Höhe von 368 m. Von nun an guckte jeder dem anderen ins Nest. Dennoch konnte Honecker eins nicht mehr einholen: dass hier 1929 das weltweit erste Fernsehbild gesendet wurde und zwar vom Funkturm.

Links die zwei Türme liegen gelassen, ging es zum dritten Turm. Dem Glockenturm am Olympia Stadium. Glocke und Turm sind auch nur noch Nachbauten, da die Originale abbrannten. Ebenso änderte sich das jetzige Olympia Stadion immer wieder. Das erste wurde bereits 1916 errichtet, dann aber unter Hitler 1936 für die 11. Olympischen Spiele umgebaut. Damals hatten noch 100 000 Besucher Platz. Jetzt findet man nur noch 74.244 Plätze, aber diese sind alle überdacht. Die erneuten Umbauten für die WM 2006 verschlangen 242 Millionen EURO.

Bereits im Dämmerlicht leuchtete uns das Hotel entgegen. Die Zimmer waren groß mit Fernseher. So kamen auch die Sportsfreunde auf ihre Kosten. Dabei war das Boxen von Klitschko schon etwas erstaunlich. Da trifft Ukraine auf Russland, beide streicheln sich mehr als zu kämpfen, umarmen sich immer wieder, nur der „Bruderkuss“ fehlte.

So stehen bei uns im Hotel auch die beiden Brüder Lift nebeneinander. Nur der eine Lift schlief die ganze Zeit, daher musste sein Bruder dessen Arbeit übernehmen. Etwas frustriert rauschte er gleich mit Höchstgeschwindigkeit zum letzten Stockwerk, statt am angegebenen 7. stehen zu bleiben. Wir hofften nur, dass er bei der Rückfahrt ein Einsehen hat und doch noch unsere Etagentüre findet.

Am 2. Tag konnten wir Gerda zum Geburtstag gratulieren. Für uns immer eine Garantie Kuchen zu bekommen, da unsere Urzelfahrten sich alle 2-3 Jahre wiederholen, immer den 3. Oktober im Blickpunkt. So ergaben sich heuer die Tage 3. – 6. Oktober.

Unser Reiseleiter entpuppte sich als ein Glückstreffer. Sehr großes Wissen, einer der nicht ständig auf die Uhr sah, sondern noch etwas Zeit dranhängte und überzog.

Er führte uns durch die Straßen Berlins, über den unter Bismarck erbauten Kurfürstendamm, der mit seinen 53 m Breite und 3,5 km Länge, zur Hauptstraße Berlins wurde. Trotz einer Einwohnerzahl von 3,5 Millionen war der Kurdamm fast ausgestorben. Kein Wunder, denn sein eigentliches Leben beginnt erst ab 20 Uhr. Dafür sind dann die Geschäfte und Gaststätten fast 24 Stunden geöffnet.


Weiter geht es durch Kreuzberg, Charlottenburg, an der in der Sonne blitzenden Siegessäule mit ihrer Goldelse vorbei, weiter zum dem Alexanderplatz, nach Schöneberg und auf dem Gendarmenmarkt die erste Pause.

Zwischen Deutschen und Französischen Dom fanden wir nach all den vielen neuen Eindrücken sogar noch etwas Süßes. Bereits seit 1863 fabriziert Fassbender + Rausch die herrlichste Schokolade, mit wunderbaren schokoladigen Gebäuden: dem Brandenburger Tor, dem Reichstag, der Gedächtniskirche. Selbst der Berliner Bär und dem Engelchen mit seinem zuckersüßen Schokoladenpopo, fehlten nicht.

Um 15 Uhr ging es zum Reichstag. Sein Gebäude wurde in 10 Jahren bis 1894 gebaut. Durch Brandstiftung 1933 stark zerstört, bekam es 1945 von der Roten Armee den Rest. Baufällig geworden musste die Kuppel 1957 gesprengt werden, kann aber 1999 wieder mit einer Höhe von 23,5 m und den Kosten von 600 Millionen Mark, eröffnet werden.

Am 7. September 1999 nahm dann hier der Deutsche Bundestag seine ständige Arbeit auf.

Wir hoffen, dass allein durch unsere Urzel- Anwesenheit, jetzt hier im Reichstag, wieder etwas mehr Ruhe einkehren wird und die Parteien zur Einigung bereit sind.

Nach nur 200 m besuchen wir das 1791 erbaute Brandenburger Tor. Leider war alles durch die Buden verstellt. Buden, die heute für das große Volksfest hier aufgestellt wurden. Zum Glück brachte uns Feldmarschall Blücher 1814 die Quadriga wieder zurück. Unter Napoleon wurde 1806 diese Figur nach Frankreich gebracht und ist heute für uns das einzig sichtbare Element vom Brandenburger Tor. Über Fernsehwägen, Kräne und Fahnen schaut sie auf uns herab. Sie, die Friedensgöttin Eirene, die durch ihren Anblick längst zur Siegesgöttin Viktoria wurde, auf ihrem Wagen mit den vier Pferden.

Am nächsten Tag fahren wir am legendären Grenzübergang, mitten in Berlin gelegen, am Checkpoint Charlie vorbei. Vorbei an den Resten der 43 km langen Mauer, die später im Ostblock zum Todesstreifen wurde.

Eine wunderbare Allee bringt uns nach Potsdam, welches viel älter als Berlin ist. Berlin wird auch die Stadt der 1 000 Dörfer genannt und kann somit auf 776 Kirchen blicken. Es hatte 18 Stadttore, von denen nur noch das Brandenburger Tor übrig geblieben ist.

Potsdam hat auch eine ganz besondere Geschichte geschrieben. Sie ist durch die Glienicker Brücke mit Berlin verbunden. Auf ihr wurden die Ost und West Spione ausgetauscht.

1917 wird hier das Schloss Cecilienhof für den Kronprinzen Wilhelm II. gebaut, um 1945 die Potsdamer Konferenz zu beherbergen. Josef Stalin hatte sogar sein Büro hier, ließ aber Harry S. Truman und Winston Churchill immer wieder warten. Zu allen Gesprächen kam er bewusst zu spät.

Das bekannteste Schloss von Potsdam ist das von Friedrich dem Großen, 1745 erbaute Schloss, Sanssouci. Wer denkt schon, dass gerade dieser „Alte Fritz“ bei uns die Kartoffel einführte. So findet man auf seinem Grab immer frische Kartoffel. Nicht weit davon sind seine so sehr geliebten Hunde begraben.

So sagte er einmal: „Je mehr ich von den Menschen sehe, umso lieber habe ich meinen Hund“.

Unsere Heimfahrt führte uns am Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig vorbei. An diesem größten Nationaldenkmal Deutschlands blieben wir hängen und besuchten es.

Das Wetter erinnert an die damalige Schlacht. Es ist grau und nass.

Es ist ein Denkmal welches der Schlacht vom 16.-19. Oktober 1813 gewidmet ist. Es ist die Schlacht an der 520.000 Soldaten teilnahmen und in der 90.000 starben. Es ist die Schlacht in der Napoleon von den Österreichern, Preußen, Russen und Schweden, für immer geschlagen wurde. Die bekannteste Steinfigur an diesem Koloss ist Barbarossa. Barbarossa mit seinem langen Bart, der aus sieht, als wolle er gerade erwachen und nach dem Rechten sehen.

Wieder im warmen Bus wurde man frei und munter. Es spornte zum Singen an.

Unser Busfahrer etwas erstaunt: „ Ja, seid ihr außer Urzel auch ein Chor?“

Das wäre viel zu schön, wenn diese jungen Stimmen vielleicht doch noch in unseren Geretsrieder Chor kämen.

Dann stelle ich fest: Berlin ist eine wunderbare, schöne, sehenswürdige Stadt für Jung und Alt. Voll gepackt mit Geschichte und Kultur, mit buntem Leben, mit viel Natur und Wasser, mit Kirchen und Domen, aber „Ein Berliner“ bin ich doch nicht geworden.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 14.10.2013

 
Unser Urzelgrillfest
Dienstag, den 23. Juli 2013 um 10:31 Uhr

Trotz schlechtem Wetter am Vortag begrüßte uns am 30. Juni, gleich in der Früh, das herrlichste Wetter.

Jetzt wird so mancher sagen: was hat sie nur ständig mit dem Wetter oder mit dem Petrus. Nun Petrus ist eben meine Anlaufstelle und ich muss sagen, er hat schon öfter geholfen.

Die vielen Vorbereitungen die auch mit so manchen Arbeiten verbunden sind, die Vorfreuden und bei diesem Fest das Lämmchen das sich im Kessel wärmte, wenn man all dies betrachtet kommt man doch zu dem Schluss:

Jedes Sommerfest steht oder fällt mit dem Wetter.

Wer sitzt gerne an einem Tisch, in der einen Hand den Regenschirm und in der anderen die Gabel, für das Messer ist keine Hand mehr frei.

Aber jetzt ist das Lämmchen nicht um sonst gestorben, der Palukes nicht um sonst gerührt, die Mici und das Holzfleisch nicht um sonst gegrillt und der Kuchen nicht um sonst gebacken.

Alles schmeckte wunderbar, ob feste oder flüssige Nahrung. Es war ein Vergnügen den Kindern beim Minimotorradfahren bei Peter Wagner im Garten zu zusehen. Die Männer waren ständig damit beschäftigt die Mängel an den kleinen Flitzern aus zu bessern. Ihre Augen leuchteten, jeder hatte einen besonders guten Tipp und Peter war froh, er mußte nicht zur Reparatur ran. Dafür gab er lieber einen Schnaps, aber auch für seinen Geburtstag am Vortag und da mussten wir wegen, Petrus verzeih, des schlechten Wetters drinnen sitzen.

Das alle schon richtig sonnenhungrig waren, konnte man daran erkennen das die Tische immer wieder verschoben wurden. Zum Schluss waren sie nicht mehr auf der Terrasse und Wiese, sondern auf dem Werksgelände.

Nach der Feier konnten wir den Proben der „Polka-Punkers“ zuhören. Unter freiem Himmel klang es wunderbar, dabei überhörte man gerne die noch manchmal sich einschleichenden Fehler. Aber sie haben noch Zeit bis zum Kronenfest und bis zur Europeade in Gera.

Danke auch hier den Helfern und Familie Wagner als Platzgeber.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 23.7.2013

 
Auf unsere Enkel ist Verlass
Donnerstag, den 16. Mai 2013 um 18:44 Uhr

Ein Telefonanruf und schon waren auch wir begeistert dabei.

In Geretsried, bei der Karl-Lederer-Grundschule, gab es eine Aktionswoche, zu der auch die Erwachsenen aufgerufen wurden sich zu beteiligen.

Diese Woche hatte das Thema „Multi-Kulti“. Multi, das heißt viele und Kulti, die Kulturen, die in den Klassen aufgegriffen, den Kindern näher und somit verständlicher gemacht werden sollten.

Da es in dieser Schule sehr viele Schüler gibt die aus Familien stammen, deren Eltern aus der ganzen Welt kommen, war es selbstverständlich sich untereinander auszutauschen, sich kennen und schätzen zu lernen. Die Kultur, auch das Aussehen des anderen in Zukunft an zu erkennen und zu respektieren.

Jede Klasse sollte sich mit einem Land und deren Kultur befassen. Bei der Frage, wer kann etwas beitragen, kam die spontane Antwort von Lars Lang: „ Dann ziehe ich mich als Urzel an“. und Maria Wagner: „Dann mache ich Reifenschwingen“ Somit ergab sich als Grundgedanke in der Klassenstunde, der 4c, „ Der Urzel und Siebenbürgen“. Verständlich, da von beiden die Großeltern aus Siebenbürgen kommen.

Zum Verstehen eines fremden Brauchs tragen nicht nur die Utensilien bei, sondern auch deren Herkunft und Sinn müssen den Kindern gezeigt und erklärt werden.

So machten wir uns am 30. April um 10 Uhr auf den Weg. Die Schüler und ihre Lehrerin, Anna-Maria Jelic, erwarteten uns bereits in der Aula.


Maria als Reifenschwinger und Lars als Urzel.

Der stolze Opa, Horst Wagner, erklärte den Urzelanzug und ich, die Oma, erzählte von dessen Herkunft und dessen Brauch in Form einer Legende, der Ursula-Legende. Das Urzellaufen gab es früher nur in Agnetheln, in Siebenbürgen, in Transsilvanien.

Da meinte ein Junge: „ Ja, dort gibt es auch den Dracula“, und somit war jetzt auch den anderen Kindern die geografische Lage bekannt.

Als dann Lars seine Peitsche so richtig knallen ließ, Maria ihre zwei gefüllten Gläser mit dem Reifen durch die Luft wirbelte, ohne einen Tropfen zu verschütten, durften auch die Kinder das Peitschenknallen und Reifenschwingen, dieses Mal aber ohne Gläser, probieren.

Anschließend wurde im Musikraum noch ein Originalfilm mit den verschiedensten Darbietungen während des Urzelumzugs in Agnetheln, gezeigt.

Die anschließenden Fragen zeigten ein großes Interesse der Kinder am „Urzel“.

Mein Hinweis: „Ihr könnt die Urzel jeden Faschingsdienstag auf dem Festplatz sehen“, ließ Christian sofort aufhorchen und fragen: „Kann auch ich Urzel werden“.

Unsere Erkenntnis: Man muss nicht immer teure Werbung machen, sondern nur die richtige Schule und Klasse finden.

 

Wiltrud Wagner; Geretsried, 16.5.2013

 
Die Geretsrieder Urzelwoche
Freitag, den 22. Februar 2013 um 18:13 Uhr

Bei uns beginnt die Urzelwoche immer mit dem Zubereiten der „Sarmale“, der Urzelkrautknödel.

Die Urzelfrauen sind für die Knödel zuständig, die immer mit viel Liebe und gekonnt geformt werden. Neulinge werden gerne eingewiesen. Die Männer hingegen für die Füllung. Sind die zwei großen, selbst hergestellten Töpfe gefüllt, werden sie am nächsten Tag auf dem speziell gebauten Ofen erwärmt. Nach cca 6-7 Stunden ist dann alles weich und fertig.

Im Saal erwarten uns bereits die Krautliebhaber. Eine kurze Begrüßung von Horst Wagner und einige Worte von Wiltrud Wagner, dann kann das Essen und die anschließende Feier mit den Kuchenspezialitäten beginnen. Allen Kuchenspendern recht herzlichen Dank.

Eigentlich findet diese Feier jedes Jahr an dem Samstag vor dem Faschingsdienstag statt, aber durch einen Fehler war unser Samstag bereits besetzt und wir mussten auf den Sonntag, den

10. Februar, ausweichen. Für einige Urzel war der Abend erst nach dem Putzen und Aufräumen des Saals beendet.

Am Faschingsdiensttag geht die Urzelaktivität weiter.

In den Bus, der die verschiedenen Haltestellen anfährt, steigen 13 Kinder, 26 Erwachsene/ Urzel und 2 Reifenschwinger, ein.

Uns erwartet ein kalter und sehr schneereicher Tag. Eigentlich das echte Urzelwetter, aber ein kleiner Sonnenschein hätte uns auch erfreut.

Nach längerer Zeit konnten wir wieder einmal die Geretsrieder Grenze überschreiten. Wir waren von der Familie Johanna und Dieter Morres nach Hohenbirken geladen.


Dieter, ein ehemaliger Urzel, erzählte dies Herrn Bürgermeister aus Bad Heilbrunn, Thomas Gründl, den dadurch die Neugierde packte und ebenfalls zum Treffen kam. Mit einer Beschreibung der Urzel, ihrer Herkunft und ihrem Brauch konnte Horst Wagner allen hier Anwesenden einen Überblick verschaffen.

Unser jüngster Urzel, der 3 jährige Baak, zu Beginn noch etwas ängstlich auf dem Arm seines Vaters, doch durch das gute Würstchen-Frühstück gelockert, stapfte munter neben uns her und kullerte über die Schneehaufen.

In Geretsried erwarteten uns sechs weitere Gastgeber.

Bei Johanna Schenk wurde der Spruch: „Auch in der kleinsten Hütte findet noch jeder einen Platz“ in die Tat umgesetzt. Im Partyraum haben wir uns die Köstlichkeiten über die Köpfe gereicht. Aber es war schön und warm. Danke.

Wie jedes Jahr besuchten wir daraufhin Familie Herta und Gustav Lang, ebenfalls ein ehemaliger Urzel, der als Beispiel seine Enkel anspornt. Hier wärmten uns der warme Schnaps und die wunderbare Reichersdorfer Hanklich.

Auch Frau Martha Melzer und Sohn Dietmar erwarteten uns. Die Krapfen waren wieder herrlich gelungen.

Jetzt war unsere wahre Arbeit der Stadt gegenüber dran. So holen wir immer Frau Bürgermeister Cornelia Irmer aus dem Rathaus und geleiten sie sicher bis zum Festplatz.

Frau Irmer empfing uns als „Geißen Peter“, gab uns zwar keine Ziegen Milch, aber jeder konnte sich sein Lieblingsgetränk auswählen. Bei jedem Gastgeber wurde heuer das Lied „Wahre Freundschaft“ gesungen, aber im Rathaus kam noch das sächsische „Auf deser Ird“ dazu. Ebenso schwangen Lili Fensterseifer und Maria Wagner die mit Wein gefüllten Gläser sicher durch die Lüfte, begleitet von Walentin Fensterseifer mit seiner Trompete.

Auf dem Festplatz standen bereits die Band, Buden und Zuschauer, aber der starke Schneefall brachte uns schneller als sonst unter das sichere Dach der Familie Emmy und Oswald Bartel. Herrlicher Kaffee, Kuchen, Krapfen und Brötchen begrüßten uns.

Bei Familie Eitel/Grasberger empfing uns ein reich gedeckter Tisch. Die durchnässten Anzüge konnten etwas trocknen und die Wärme löste die Zungen. Die Lieder wollten kein Ende nehmen.

Zum Ausklang fuhren wir in die Isar-Au um hier die restlichen Krautwickerl zu verzehren.

Der Spruch: “Auch in der kleinsten Hütte findet noch jeder einen Platz“ wurde hier nicht angewendet, aber man kann sagen: „Auch im vollsten Magen fand noch jedes Krautwickerl einen Platz“.

Am darauf folgenden Freitag trafen sich noch einmal alle fleißigen Helfer um das allerletzte Urzelkraut zu essen und Bilanz zu ziehen.

Den Urzeln für die Hilfe und Unterstützung recht schönen Dank, ebenso ihrem Mitwirken am Faschingsdienstag. Unseren Gastgebern für ihre Köstlichkeiten und der wunderbaren Bewirtung unser großes „ Dankeschön“.

Allen wünschen wir für das heurige Jahr alles Gute, damit wir uns an den kommenden Urzeltagen erneut gesund und munter wieder treffen.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 22.02.2013

 
Jetzt hat ER seine neue Heimat erobert
Samstag, den 20. Oktober 2012 um 20:42 Uhr

Der Brauch aus Agnetheln, hat nach Sachsenheim, Traunreut, Lohhof und Nürnberg,

nun auch in Geretsried sein festes Standbein gefunden.

Es sind dies die Urzeln, die 1986 zum ersten Mal, gleich zu Beginn des Geretsrieder Faschingstreiben, dabei waren. Jedes Jahr brachten sie den Bürgermeister oder - Meisterin vom Rathaus zum Festplatz. Somit sollte dieses Geschehen auch im Museum Einzug halten, in Form einer  größeren Puppe, von Wiltrud Wagner eingekleidet. Dieser Urzel stand  aber die ganze Zeit etwas verloren am Boden herum und wartete auf Beachtung.

2013 soll nun das neue Museum eröffnet werden. Jetzt, unter den Fittichen der Stadt, forderte  Frau Anita Zwicknagl, die Museumsbeauftragte, uns auf, fürs kommende Museum einen Urzelanzug zur Verfügung zu stellen. Hier soll er dann einen Ehrenplatz in einer Vitrine erhalten. Noch führte ihn Horst Wagner, der Urzelvorstand, vor, später aber kommt er auf eine lebensgroße Puppe.

Dieser Aufforderung kamen wir gerne nach und die „Harbachtaler Urzelzunft“ aus Geretsried gab den Urzelanzug als Spende ab.

So nähten Lang Herta (Jasch) und Wiltrud Wagner auf altes Sackleinen, neue Streifen und Fransen. Bei der Maske half Baak Georg.

Am 16. Oktober war dann dessen Übergabe. Im Bürgermeisteramt empfingen uns Bürgermeister Cornelia Irmer und die Museumsbeauftragte Anita Zwicknagl.

Frau Irmer meinte, dass die Urzeln ein fester Bastanteil des Faschingdienstags geworden seien. Die Stadt könne sich mit ihnen identifizieren. „Sie gehören mit ihrer Geschichte (diese liegt bereits bei der Stadt aus) einfach ins neue Haus. Wir würden uns freuen wenn bei der Eröffnung nicht nur hiesige Siebenbürger anwesend sind, sondern auch Vertreter aus München“.

Frau Zwicknagl: „ Ich war heuer zum ersten Mal in Siebenbürgen, konnte leider Agnetheln aus Zeitmangel nicht besuchen, möchte dieses aber bei der nächsten Fahrt nachholen, schließlich will ich auch die Geburtsstadt  der Urzeln kennen lernen. Hier werden sie noch lange das Stadtbild prägen, denn Urzelnachwuchs ist genügend vorhanden“.

Wiltrud Wagner

 

 
Prima Urzelkraut stärkt die Geretsrieder Urzelnzunft und viele Gäste
Sonntag, den 08. Februar 2009 um 18:08 Uhr

Das alljährliche traditionelle Urzelkrautessen der Geretsrieder Urzelnzunft aus dem siebenbürgischen Harbachtal rund um Agnetheln ist einer der Höhepunkte im landsmannschaftlichen Miteinander innerhalb unserer Kreisgruppe.

Mit freudiger Erwartung folgten auch heuer viele Landsleute, darunter Urzeln, Angehörige, Freunde und Gäste der Siebenbürger Sachsen, der Einladung am Samstag, den 7.Februar 2009 in den Pfarrgemeindesaal der Katholischen Maria-Hilf-Kirche von Geretsried.

Die Begrüßung übernahm der Zunftmeister Horst Wagner, der die Landsleute willkommen hieß und als Ehrengäste den Zweiten Bürgermeister von Geretsried, Gerhard Meinl, die unsere Landesvorsitzende Herta Daniel mit Gatte, die langjährige ehemalige Stadträtin Kunigunde Fischer und die Stadträtin Gerda Bretz mit Gatten besonders begrüßte.

Bei der Vorbereitung einer großen Menge von  Krautwickel durch eine bewährte Helferschar mit fleißigen Frauen und Männern, habe man Freude erlebt. Heuer habe das im Herbst aus der Gegend von Ismaning bei München eingekaufte Kraut eine besondere Qualität gehabt, was sich bei der Zubereitung im guten Geschmack gezeigt habe, meinte der Zunftmeister. Stellvertretend für die vielen namentlich genannten Helfer wurden zwei treue Urzelnkinder, die Nadine Stefani und der Thomas Weidinger zum Dank mit Süssigkeiten belohnt. Mit scharfsinnigen Erinnerungen und Bewertungen der aktuellen Lokal- und Weltsituation, ergriff Wiltrud Wagner das Wort und regte zum Nachdenken an.

In seinem kurzen Grußwort dankte Stadtrat Gerhard Meinl, in Vertretung der Ersten Bürgermeisterin Cornelia Irmer, für die Einladung, die er gerne angenommen habe und lobte die Mitglieder der Urzelnzunft für ihren Beitrag zum Faschingstreiben in Geretsried.

Wie der Zunftmeister bekannt gab, sind die Urzeln am 22.Februar 2009 nach Münsing am Starnberger See eingeladen und haben ihren großen Auftritt in Geretsried am Faschingsdienstag, dem 24,Februar 2009 ab 13,30 Uhr im Rathaus, von wo unter viel Peitschen- und Kuhglockenlärm der Zweite Bürgermeister Gerhard Meinl abgeholt wird, nicht ohne vorher die bösen Geister in die Flucht geschlagen zu haben. Per Bus fahren die Urzeln von einem Stadtende zum anderen und treiben ihr Unwesen an mehreren Wegstationen, wo sie mit Krapfen und Wein empfangen werden.

Das nachfolgende Krautessen mit den köstlichen  Krautwickeln und dem besonders zubereiteten Sauerrahm, dazu frischem Brot und einem Gläschen Wein schmeckte vorzüglich. Mit Schüsseln voller Hausbäckerei nach althergebrachten Siebenbürger Rezepten, beschloss man dieses frugale Mahl, dankbar für solche Gaumenfreuden. Ein Lob gilt den Helfern und Organisatoren rund um die Familien Wiltrud und Horst Wagner und Emmi und Ossi Bartel, denen wir auch heuer für ihren Einsatz danken.

Autor: Walter Klemm