Newspaper Theater
Geretsried und die stolzen Mädchen
Mittwoch, den 14. Mai 2014 um 07:24 Uhr

Bereits 1979 wurde unter Herrn Egon Machat in Geretsried die Theatergruppe gegründet.

Nun führt dieses bereits seit Jahren, Herr Johann Depner, weiter.

Er sucht die passenden Theaterstücke aus und hat sich heuer zu dem Stück „Et wor imol en reklich Med“ ( es war einmal ein stolzes Mädchen) entschlossen.

Am 4. Mai war es dann so weit. Unter seiner Leitung kam es in der Geretsrieder Ratsstuben auf die Bühne.

Vor der großen Auswanderungswelle nach Deutschland, gab es bereits eine und zwar nach Amerika. Dieses Thema griff Frau Frieda Binder-Radler aus Elisabethstadt auf und hat in diesem Stück verarbeitet.

Auch früher kamen viele wieder zurück. Einige aus Enttäuschung, andere wegen Heimweh.

So ergeht es auch dem Diz, gespielt von Roland Widmann, den nach dem Tode seiner Frau nichts mehr in Amerika hält. So kommt er nach vielen Jahren mit seinem Sohn Hans (Ingo Untch) in seinem Heimatort an. Sofort beginnt der Kampf zwischen den drei hier lebenden Witwen.

So meint die Zirr (Uschy Meyndt) sie hätte ein altes Recht am Diz, denn den hatte sie bereits in der Jugend geliebt. Aber die Kath (Marianne Frühn) fühlt sich gleichberechtigt, schließlich wäscht sie ihm seine „Gotch“, seine Unterhosen. Dabei sein will aber auch die Sus (Katharina Thies). Ist sie doch auch eine Witwe und braucht einen Mann.

Stef (Hans-Georg Scherer) ist der gute Freund des Heimkehrers und hat außer einem sehr guten Wein auch noch eine Tochter Hanni (Bianka Klöser). Hanni entpuppt sich als die „Reklich Med“, das stolze Töchterchen.

Threng (Ida Thum), ihre Mutter sieht bereits die Dollar und möchte den Hans unbedingt zum Schwiegersohn. In ihren Augen ist sie für ihn eine viel bessere Schwiegermutter, als ihre eigene einmal war. Da kommt für sie der verliebte Tim (Kerstin Helwig, es ist kein Fehler, denn es stand für diese Rolle kein Junge zur Verfügung) nicht mehr in Frage.


Indem die Jugend mit dem gleichnamigen Tanz die Vorstellung eröffnete, war auch sie gut vertreten.

Bei plötzlichen Emotionen half und flüsterte, wie schon immer aus dem Kasten, Rita Christel.

Herr Depner bewies ein gutes Händchen bei der Auswahl der Spieler. Die haben ihre Rolle oft nicht nur gespielt, sondern gelebt. Sie war ihnen regelrecht auf den Leib geschrieben.

Dies ließ er sich nicht nehmen. So führte er nicht nur Regie, sondern leitete hinter der Bühne das Geschehen. Aus seinem Backofen stammen die Kuchen für den Bühnenauftritt und seinem Einschenken in den Weinkrug, der dieses Mal echten Wein beinhaltet, ist es zu verdanken, dass das Schauspiel immer gelöster, leichter und fröhlicher wurde. Es wurde zum echten Lustspiel.

Diese Atmosphäre ging auch aufs Publikum über und alle 160 Besucher verließen gut gelaunt den Saal.

Das Ende des Stücks möchte ich nicht verraten. Diese Theatergruppe würde gerne die Grenze Geretsried verlassen und anderorts das Stück aufführen. Es lohnt sich.

Wir müssen wieder ein Jahr warten, bis zur nächsten Prämiere.

Wiltrud Wagner; Geretsried, 14.5.2014

 
Drei Jahrzehnte Theater und Chor in Geretsried
Mittwoch, den 25. März 2009 um 00:00 Uhr

Am Ende der lang geratenen Jubelfeier zum 30-jährigen Bestehen der Theatergruppe und des Gemischten Chores der Kreisgruppe, waren alle zufrieden und beeindruckt, die Zuschauer wie auch die Aktiven, über den gelungenen Kulturnachmittag am Samstag den 21.März 2009 in den Ratsstuben Geretsried.

Der Chor in den festlichen alten Trachten unter der Leitung von Johann Stirner eröffnete die Feier mit dem Lied „ Zur Feier“ von Christoph Willibald Gluck. Nach einer kurzen Begrüßung vor vollem Saal durch die Kreisgruppenvorsitzende Gerlinde Theil, brachte der Chor weitere vier Lieder, darunter die zwei Mundartlieder „Zeisken huet e klinzich Näst“ und „Hirt des Stromes Sälwerwellen“ von Kurt Mild, zu Gehör.

Sehr gut kam die Einführung in die dreißigjährige Geschichte der beiden gefeierten Kulturgruppen durch die Kulturreferentin Ursula Meyndt und passend dazu die Bildpräsentation auf Großleinwand durch Roland Widmann, unterstützt von Wiltrud Wagner, beim Publikum an. Aus dem ursprünglichen Singkreis der Handarbeitsfrauen in Geretsried anno 1975 ging vier Jahre später der Gemischte Chor hervor und hat bis heute eine rege Tätigkeit mit vielen Auftritten zu Hause und außerhalb zu verzeichnen. Rund 160 Lieder wurden erarbeitet und das Repertoire wächst ständig weiter. Unter der Leitung von Kurt Mantsch, Wilhelm Bretz und seit 1993 Johann Stirner,  hat der Trachten –Chor  bei vielen Kulturveranstaltungen mitgewirkt. Erinnert sei auch an Dieter Wagner 1987 als jüngster diplomierter Dirigent, dem unser Chor als Sprungbrett zu einer heute beachtlichen künstlerischen Laufbahn diente und der derzeit in der Schweiz namhafte Chöre leitet.

Die Gründung der Theatergruppe 1979 ist eng mit dem Deutschlehrer Egon Machat verbunden der schon am Haltrichgymnasium, an der Bergschule in Schäßburg zahlreiche Schüler zu guten Theaterleistungen erzogen hat. Auch Ursula Meyndt war eine solche Schülerin, die ihren ehemaligen Professor Machat in Geretsried wieder traf und mit ihm und anderen begeisterten Laienspielern die Theatergruppe ins Leben rief.  Ein Glücksfall für die zahlreichen fast jährlich neu einstudierten,  meist Mundartstücke, war der bekannte ehemalige Hermannstädter Maler und Bühnenmaler Karl Nik Voik, dessen Bühnendekorationen in mühsamer Kleinarbeit inmitten einer viel zu kleinen Wohnung für das Bemalen von großflächigen Bühnenbildern, entstanden. Ebenso hat die langjährige Leiterin der Trachtentanzgruppen und Chormitglied, Inge Konradt, mustergültig jeden Trachtenwunsch der Spieler aus dem großen Trachtenfundus erfüllen können.

Der heutige Stamm der Laienspieler umfasst 27 Landsleute in der Theatergruppe, mit denen der Regisseur Johann Depner regelmäßig neue Stücke einstudiert. Nach Egon Machat, der 1995 in Geretsried verstarb,  haben mehrere Regisseure die Gruppe geleitet, darunter Kurt Mantsch als Assistent von Machat, Martin Krauss, Erhard Schenker und seit 1996, Johann Depner bis heute. Unter seiner Regie bot die Gruppe mit dem Theaterstück „De Himet reft“ von Gunda Heitz-Werner einen Beweis von klug besetzten Personenrollen und Laienspielern mit viel Erfahrung für die Darstellung von anspruchsvollen Themen und Inhalten. Besonders die Solo- und Gruppenlieder von Gunda Heitz-Werner im Singspiel in zwei Akten, gefielen den Zuschauern. Sie wurden mit Johann Stirner in fleißiger Probenarbeit einstudiert.

Für diese herausragenden Kollektiv-Leistungen wurden am Ende die beiden Kulturgruppen vom Landesverband Bayern der Siebenbürger Sachsen in der Person von Herta Daniel, der Vorsitzenden dieses Landesverbandes, mit je einer Urkunde geehrt. Für ihre Verdienste in der Gründerzeit und später, wurde die Lehrerin a.D.Gerda Lurtz mit einer Urkunde als Anerkennung für ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Kreisgruppe geehrt.

Ebenfalls für herausragende Einzel-Leistungen verlas Gerlinde Theil je eine Laudatio für verdiente Landsleute, welche der Vorstand zur Ehrung vorgeschlagen hatte. Herta Daniel überreichte der Kulturreferentin Ursula Meyndt das Silberne Ehrenwappen des Landesverbandes und das Goldene Ehrenwappen des Bundesverbandes der Siebenbürger Sachsen an Johann Stirner, Johann Depner und Klaus Göbbel. Im Namen der Geehrten bedankte sich Klaus Göbbel für die hohe Auszeichnung.

Autor: Walter Klemm

 

 
Theaternachmittag in Geretsried
Freitag, den 06. Juni 2008 um 18:40 Uhr

Es ist nun schon eine gute Tradition unserer Theatergruppe um den rührigen Regisseur Johann Depner geworden, jedes Jahr ein neues Theaterstück in Mundart einzustudieren und vor einem erwartungsvollen Publikum auf zu führen.Wieder ist es ihm gelungen, aus der vorhandenen Theaterliteratur, ein Stück auszuwählen und einzustudieren, welches beim Publikum sehr gut angekommen ist.Mit dem Singspiel in zwei Akten „ De Himet reft“ von Gunda Heitz – Werner (1911 – 1998) haben die 15 Laienspieler am Sonntag den 1.Juni 2008 in den Ratsstuben von Geretsried den vielen Zuschauern  eine Freude bereitet und erhielten dafür großen Beifall.Den Theaternachmittag eröffnete die Kreisgruppenvorsitzende Gerlinde Theil. In ihrem Grußwort dankte sie den am Programm beteiligten Landsleuten in den Tanzgruppen und der Theatergruppe und hieß einige Gäste, darunter die Landesvorsitzende Herta Daniel und die Stadträtin Gerda Bretz, letztere wie immer an der Kasse, willkommen.Unter den Klängen flotter Musik, folgte der Aufmarsch der Kindertanzgruppe in Tracht unter der Leitung von Doris Ongerth und Mithilfe von Erika Fernolend, welche die zwei Tänze: „Fröhlicher Kreis“ und „Hamborg Sektur“ vorführten. Danach zeigten die stattlichen 8 Paare der Erwachsenentanzgruppe unter der Leitung von Inge Konrad den „Wolgaster“ und „Hanaks Konter“ in ihren schönen Festtrachten.Die Ansage des Programms machte Rita Christel, die Sprecherin der Theatergruppe und Souffleuse. Nach einer kurzen Einführung in das durchaus ernste Bühnenstück, dessen Entstehung Anfang der 60-er Jahre auf wahren Begebenheiten beruht und in Siebenbürgen und Deutschland spielt, wurden die einzelnen Mitspieler vorgestellt.Das Besondere an diesem Stück sind  wohl seine anspruchsvollen Lieder mit Begleit-Text die als Gruppe oder als Sologesang vorgeführt, alle von der Autorin selbst komponiert wurden. In zäher Probenarbeit haben die Laienspieler unter Mithilfe unseres Chorleiters Johann Stirner diese Lieder einstudiert. Die gut ausgewogene Rollenbesetzung und die deutlich verjüngte Spielerschar haben sich sehr positiv ausgewirkt. Die Kreisgruppenvorsitzende Theil dankte den Mitwirkenden und beschenkte einige verdiente Landsleute mit je einer Flasche Wein oder einer kleinen Aufmerksamkeit. Weil eingangs geehrt, ergriff am Schluss auch Herta Daniel das Wort und dankte für das gelungene Programm. Sie nutzte die Gelegenheit, zum Wahlauftakt der Bayerischen Landtagswahlen, auf die Kandidatur unsres Bundesvorsitzenden Dr. Bernd Fabritius hinzuweisen und für seine Wahl im September 2008 unter den Landsleuten zu werben.

Autor: Walter Klemm